Feuerbestattung

Wir sind das, was dann übrig bleibt,
wenn das Vergängliche von uns genommen ist.
Eduard von Hartmann

Mehr als die Hälfte der Deutschen entscheidet sich für eine Feuerbestattung. Nicht nur die geringeren Kosten, sondern auch der geringere Pflegeaufwand des Grabes sehen viele als Vorteil. Die anschließende Auswahl der Grabart ist zudem größer als bei der Erdbestattung. Die Frist der Einäscherung unterscheidet sich je nach Bundesland. Üblich liegen 10 bis 25 Tage zwischen dem Todestag und dem Termin für die Urnenbeisetzung. In dieser Zeit kann die Frage nach dem Grab geklärt, Trauerdruck erstellt und die Feier besprochen werden.

Feuerbestattung gestalten

Ablauf einer Feuerbestattung

Voraussetzung einer Feuerbestattung ist die Einäscherung des Verstorbenen in einem Sarg. Dieser spezielle Verbrennungssarg ist unabdinglich, da er auch zum Transport dient. Er ist aus einem leichterem Material als der Sarg bei der Erdbestattung.

Zur eindeutigen Identifizierung der Asche dient ein Schamottstein, der vor der Einäscherung zum Sarg gegeben wird. Nach der Einäscherung wird die Asche in eine Aschekapsel gegeben, die dem Bestatter fest verschlossen übergeben wird. Der Bestatter gibt die Kapsel in die Schmuckurne Ihrer Wahl und begleitet Sie bei der Beisetzung.

Die Kosten einer Feuerbestattung sind maßgeblich davon abhängig, ob Sie sich für eine See-, Wald- oder klassische Urnenbeisetzung entscheiden und in welcher Region diese stattfinden soll.

Ablauf mit Trauerfeier

Eine Trauerfeier dauert bei der Feuerbestattung üblicherweise 20-30 Minuten. Diese wird ganz nach Ihren Wünschen ausgerichtet. Sie kann in den Räumen des Friedhofs, in einer Kirche oder im Bestattungshaus stattfinden.

Rede

Die Trauerrede kann durch einen Pfarrer, Priester, einen professionellen Trauerredner oder durch eine Person aus Ihrem privaten Umfeld gehalten werden.
Der Redner setzt sich mit Ihnen zusammen und bespricht unter anderem den Lebensweg des Verstorbenen. Mit Hilfe dieser Informationen verfasst er daraufhin die Rede.

Musik

Ein Organist kann die Trauerfeier musikalisch begleiten. Wir bieten zudem eine umfangreiche und passende Musikauswahl an. Auch Live-Musik oder individuelle Wünsche können umgesetzt werden. Musik spiegelt den Charakter des Verstorbenen wider und erinnert Angehörige an die gemeinsame Zeit.

Dekoration

Ein Bild des Verstorbenen kann neben der Urne platziert werden. Blumen in Form von Grabsträußen, Herzen, Kränzen sowie Kerzen und die Dekoration des Bestatters runden die Trauerfeier ab.

Grablegung

Nach der Trauerfeier wird die Urne zu Grabe getragen und der Erde übergeben. Ein Gebet oder abschließende Worte finden hier ihren Platz.

Ablauf ohne Trauerfeier

Sie können sich selbstverständlich auch ohne Trauerfeier verabschieden. Der Friedhof bietet Ihnen die Möglichkeit in aller Stille Abschied zu nehmen, im kleinen Rahmen vor der aufgebahrten Urne. Anschließend gehen Sie gemeinsam mit dem Urnenträger zum Grab. Die Urne wird der Erde übergeben. Ein Gebet, eigene Worte oder ein Musikstück finden hier ihren Platz.

Grabarten

Klassischerweise ist der Ort der Beisetzung der Friedhof, auf dem mehrere Grabarten zur Verfügung stehen – das Wahl-, Reihen- oder Wiesengrab, aber auch eine anonyme Beisetzung oder eine Beisetzung in einem Kolumbarium ist möglich. Sollte die Entscheidung der richtigen Grabart noch nicht sofort feststehen, besteht nach der Kremation noch ausreichend Zeit sich zu entscheiden.
Alternative Bestattungsformen der Feuerbestattung sind die See- und die Waldbestattung.

Wahlgrab

Bei einem Wahlgrab besteht die Möglichkeit, Lage und Größe des Grabs selbst auszusuchen. So können Ehepartner oder Familien gemeinsam beigesetzt werden. Weiterhin kann die Dauer der Ruhezeit verlängert werden.

Reihengrab

Das Reihengrab wird der Reihe nach vergeben und nur eine Urne findet dort ihre letzte Ruhestätte. Die Hinterbliebenen haben keinen Einfluss auf die Lage des Grabs und es kann nicht garantiert werden, dass z.B. Ehepartner eine letzte gemeinsame Ruhestätte haben.

Wiesengrab

Wiesengräber sind offene Flächen auf Friedhöfen, bei denen die einzelnen Gräber durch Steintafeln markiert und benannt sind. Diese werden vom Friedhofsverwaltung gepflegt.

Anonymes Grab

Bei anonymen Gräbern handelt es sich um Wiesengräber ohne Kennzeichnung. Hier wissen weder Angehörige, noch der Bestatter, wo sich die Grabstätte befindet, da bei der Beisetzung keine Trauernden anwesend sind. Die Pflege wird durch die Friedhofsverwaltung übernommen.

WahlgrabReihengrabWiesengrabAnonymes Grab
Eigene Auswahl des Grabes✔︎
Feste Ruhefrist✔︎✔︎✔︎✔︎
Weitere Beisetzung möglich✔︎
Grabpflege durch den Friedhof✔︎✔︎

Sargpflicht

Auch bei einer Feuerbestattung wird ein Sarg benötigt. Grund hierfür ist die in Deutschland geltende Sargpflicht. Der Sarg dient zum Transport, der besseren Brennbarkeit und der Aufrechterhaltung der Pietät des Verstorbenen.

Religionen

Die Weltreligionen haben im Hinblick auf die Feuerbestattung unterschiedliche Ansichtsweisen.

Christentum

Aufgrund des Gedankens der Auferstehung des Körpers wurde in den Kirchen die Feuerbestattung lange Zeit abgelehnt. Mittlerweile tolerieren beide Kirche diese Art der Beisetzung. Lediglich die orthodoxe Kirche lehnt die Feuerbestattung weiterhin ab.

Judentum

Im Judentum gibt es nur die Erd- und keine Feuerbestattung. Die Feuerbestattung widerspricht dem Gedanken der Würdigung der Toten.

Islam

Im Islam ist die Verbrennung nicht vorgesehen. Traditionell wird der Verstorbene nur in einem Tuch beerdigt. Immer mehr Friedhöfe lockern deswegen den Sargzwang für Muslime. Viele Friedhöfe bieten mittlerweile auch muslimische Grabfelder an, in denen man sich nach Mekka ausgerichtet bestatten lassen kann.

Hinduismus und Buddhismus

In diesen beiden Religionen wird die Ansicht vertreten, dass der Körper nur die Hülle des Geistes ist. Dementsprechend ist die Art der Bestattung zweitrangig und Feuerbestattungen werden sogar bevorzugt.

 Feuerbestattung gestalten