Der Sarg für die Erd- und Feuerbestattung

In einem Sarg werden Verstorbene transportiert, aufgebahrt und zur letzten Ruhe gebettet. Er steht daher bei der Erdbestattung und der damit verbundenen Trauerfeier im Mittelpunkt. Doch auch Kremationen werden – aus hygienischen Gründen und um die Würde des Verstorbenen zu wahren – mit einem Sarg vorgenommen.

Sargpflicht

Neben der Bestattungspflicht und dem Friedhofszwang bestand in Deutschland bis vor Kurzem in allen Bundesländern auch die strikte Sargpflicht oder der Sargzwang. Dieser verbindlichen Vorschrift zufolge dürfen Verstorbene ausschließlich in einem Sarg bestattet und kremiert werden. Als wichtigste Argumente für die Sargpflicht werden Tradition, Menschenwürde, hygienische Gründe sowie bessere Voraussetzungen für die Verwesung aufgrund des im Sarg befindlichen Sauerstoffs genannt.

Ausnahmen von der Sargpflicht

Im Laufe der vergangenen Jahre wurde die Sargpflicht in vielen Regionen Deutschlands jedoch – insbesondere aus Rücksicht auf muslimische Bestattungsbräuche – gelockert. Heute besteht ein strikter Sargzwang nur noch in den Bundesländern Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt (Stand: März 2018).

Voraussetzungen für eine sarglose Bestattung

Alle anderen Bundesländern lassen heute auch Erdbestattungen im Leichentuch als Ausnahme von der Sargpflicht zu. Voraussetzung für eine sarglose Bestattung ist ein speziell dafür ausgewiesenes Grabfeld. Dieses gibt es nicht auf allen Friedhöfen, über eine entsprechende Ausweisung entscheiden die jeweiligen Friedhofsträger. Die Überführung und der Transport des Verstorbenen bis zum Grab muss allerdings weiterhin in einem Sarg erfolgen. Auch bei einer Feuerbestattung bleibt die Sargpflicht unberührt, denn Verstorbene werden nach wie vor ausschließlich im Sarg kremiert.

Sargarten

Sie können bei einer Erd- oder Feuerbestattung zwischen verschiedenen Sargformen wählen. Darüber hinaus werden auch noch andere Sargarten für unterschiedliche Zwecke verwendet.

Sarg für die Erdbestattung

Stabil gearbeitete, oftmals repräsentativ ausgestattete Särge für den Transport zum Friedhof, die Aufbahrung und die Beisetzung. Sie werden bei der Trauerfeier in der Regel mit Blumen geschmückt.

  • Hausdachform: In Deutschland weit verbreitete Sargform, bei der das Oberteil höher ist als das Unterteil. Das Unterteil hat angeschrägte Seiten, d.h. sie laufen zum Boden hin zusammen.
  • Truhensarg: Bei dieser Sargform ist das Unterteil höher als das Oberteil. Das Unterteil hat gerade Seiten.
  • Kuppelsarg: Dieser Sarg ist in den meisten Fällen ein Truhensarg, jedoch mit einem abgerundeten Oberteil. Man spricht daher auch von der Kuppeltruhe.
  • Amerikanischer Truhensarg: Ein Kuppelsarg mit zweigeteiltem Oberteil. Während der Aufbahrung wird eines der beiden Teile aufgeklappt, damit die Trauergäste den Verstorbenen sehen können. Statt einzelner Griffe hat der amerikanische Truhensarg an jeder Seite eine durchgehende Tragestange.
  • Körperformsarg: Diese Sargform wird auch als italienischer Sarg bezeichnet. Man erkennt sie daran, dass der Sarg im Schulterbereich breiter ist und zum Kopf- und Fußende hin schmaler wird. Das Sargoberteil ist flach.
  • Kindersarg: Ein kleiner Sarg für Kinder und Frühgeburten
  • Übergrößen-Sarg: Es kommt vor, dass ein Sarg mit herkömmlichen Abmessungen nicht ausreicht. Für diese Fälle gibt es Särge in Überlänge und/oder Überbreite.

Kremationssarg

Auch Verbrennungssarg oder Feuerbestattungssarg genannt. Der Kremationssarg wird speziell zum Zwecke der Einäscherung gefertigt und ist schlichter gestaltet als ein Sarg für die Erdbestattung. So verfügt er zum Beispiel über weniger oder gar keine Griffe. Darüber hinaus ist ein Kremationssarg in der Regel auch weniger stabil verarbeitet, da er nicht dem Erddruck standhalten muss.

Kremationssarg oder Verbrennungssarg

Kremationssarg

Transportsarg

  • Sanitätssarg Ein Transportsarg, der zum Abholen Verstorbener von Unfallstellen verwendet wird.
  • Überführungssarg Ein Transportsarg, der zur Abholung von Verstorbenen, zur Überführung aus dem Ausland und für den Transport zum Bestatter verwendet wird.

Materialien nach Sargart

Grundsätzlich müssen Särge für Erd- und Feuerbestattungen in Deutschland aus biologisch abbaubarem Material gefertigt sein. Andere Sargarten sind von dieser Vorschrift ausgenommen.

Sarg für die Erdbestattung

Dieser Sarg besteht in den meisten Fällen aus Vollholz. Die unterschiedlichen Holzarten wie zum Beispiel Kiefer, Fichte, Eiche oder Mahagoni können einem Kiefernsarg, Fichtensarg, Eichensarg oder Mahagonisarg durch ihre Farbe und Maserung ein je eigenes, teils sehr individuelles Aussehen verleihen. Darüber hinaus sind heute aber auch Särge aus Kunstharz, Pappe beziehungsweise Zellulose erhältlich. Eine besondere Art des Erdsarges ist der Korbsarg. Er besteht aus geflochtenem Bambus, Rattan oder Ried.

Truhensarg

Truhensarg aus Wildeichenholz

Kremationssarg

Die speziellen Särge für Feuerbestattungen sind üblicherweise aus günstigen Holzarten wie Pappel, Kiefer oder Fichte gefertigt. Manche Krematorien akzeptieren auch andere Särge. Voraussetzung ist jedoch immer, dass der Sarg der VDI-Richtlinie 3891 (Emissionsminderung in Anlagen zur Humankremation) entspricht.

Transportsarg

  • Sanitätssärge werden aus leichten Materialien wie Kunststoff oder Aluminium gefertigt.
  • Überführungssärge bestehen in der Regel aus Metall, seltener werden Holzsärge zur Überführung verwendet. Für Überführungen aus dem Ausland werden ausschließlich Zinksärge mit einer Holzumkleidung verwendet.

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Ausstattung von Särgen

Zur Ausstattung eines Sarges gehören die Verzierung, Beschläge sowie die Deckengarnitur. Je nach Geschmack können Sie zwischen aufwändig gestalteten Schmucksärgen mit kostbarer Ausstattung, künstlerisch verzierten oder schlicht gehaltenen Modellen wählen.

Verzierung

Klassische Holzsärge für die Erdbestattung werden mit verschiedenen Verzierungen angeboten. Besonders aufwändig sind oft Körperformsärge verziert.

  • Bei der Schnitzung handelt es sich meist um florale Verzierungen auf dem Sargoberteil in Form von Palmzweigen, Blumen oder Blättern.
  • Als Kehlung bezeichnet man Vertiefungen, die rund um den Sarg verlaufen.
  • Wulstleisten sind der Länge des Sarges nach aufgesetzte Holzleisten.
  • Schmuckstäbe sind, ähnlich den Wulstleisten, schmale dem Sarg aufgesetzte Leisten aus Metall.
  • Sargkreuze sind schlicht gehaltene Kreuze aus Holz oder Metall, die dem Sarg aufgelegt oder in seine Oberseite gearbeitet werden.

Seltener werden auch individuell gestaltete Särge gewählt. Dies kann zum Beispiel ein in den Farben eines Fußballvereins handbemalter Sarg sein oder eine Spezialanfertigung in Form eines Rennautos.

Truhensarg mit Beschlägen und umlaufenden Kehlungen

Kieferntruhe mit Beschlägen und umlaufenden Kehlungen

Beschläge

Bei den Beschlägen handelt es sich um die Griffe, Schrauben und Schraubrosetten am Sarg. Unterschiedliche Modelle können Beschläge aus verschiedenen Materialien haben wie Gusseisen, Messing, Holz oder Kunststoff.

Deckengarnitur

Die Deckengarnitur besteht üblicherweise aus einem Kissen und einer Decke. Sie ist in verschiedenen Farben erhältlich und kann aus einfachen oder hochwertigen Materialien gefertigt sein wie Samt, Seide, Satin, Leinen oder Baumwolle.

Bei November können Sie aus einem großen Angebot unterschiedlich ausgestatteter Särge für die Erd- und Feuerbestattung wählen. Wir beraten Sie gerne.

Kosten für einen Sarg

Die Kosten für Särge sind sehr unterschiedlich und vom Material und von der Ausstattung abhängig.  Zu den preiswerten Holzarten zählen zum Beispiel Kiefer, Buche, Pappel und Fichte.

  • Einen schlichten Kiefernsarg gibt es bereits ab ca. 600 Euro
  • Aufwändiger gearbeitete, furnierte und lackierte Modelle aus preiswerten Holzarten können jedoch bis zu 2.000 Euro kosten

Preisintensivere Holzarten sind dagegen Eiche, Mahagoni, Kirschbaum und Nussbaum.

  • Günstige Modelle aus teuren Hölzern sind ab ca. 1.300 Euro erhältlich
  • Anspruchsvolle Ausführungen mit aufwändigen Verzierungen können bis zu 3.000 Euro und mehr kosten

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