Patientenverfügung

In einer Patientenverfügung dokumentieren Sie schriftlich, wie Sie in welchen Situationen medizinisch behandelt werden möchten, falls Sie einmal nicht mehr in der Lage sein sollten, Behandlungen und Maßnahmen zuzustimmen oder sie abzulehnen.

Patientenverfügung erstellen

Warum ist eine Patientenverfügung wichtig?

Jeder Mensch kann in eine Situation geraten, in der er sich nicht mehr zu Fragen der medizinischen Behandlung äußern kann – zum Beispiel durch einen Unfall oder eine schwere Erkrankung. Die Patientenverfügung gibt den behandelnden Ärzten in solch einer Situation klare Entscheidungshilfen, welche Maßnahmen vorzunehmen oder zu unterlassen sind. Auf diese Weise bewahrt eine Patientenverfügung Ihre Selbstbestimmung in Notsituationen.

Vorteile der Patientenverfügung

Eine konkret formulierte Patientenverfügung hilft bei der schnellen und sicheren Umsetzung Ihres persönlichen Willens. Dadurch können Sie unnötiges, langes Leiden verhindern sowie unerwünschte Behandlungen von vornherein ausschließen.

Sie schaffen außerdem Gewissheit bei Ihrer Familie beziehungsweise Ihrem gesetzlichen Vertreter, da Ihr eigener Wille schriftlich feststeht. Ohne Verfügung müsste Ihr mutmaßlicher Wille umständlich ermittelt werden.

Eine Patientenverfügung aufzusetzen, heißt eine Sorge weniger zu haben.

  • Umsetzung des eigenen Willens
  • Ausschluss unerwünschter Behandlungen
  • Gewissheit für die Familie

Patientenverfügung

Voraussetzungen

Um eine Patientenverfügung aufsetzen zu können, müssen Sie volljährig sein. Bei Minderjährigen entscheiden die gesetzlichen Vertreter, meistens die Eltern, über medizinisches Vorgehen.

Als volljährige Person müssen Sie einsichts- und steuerungsfähig sein. Das heißt, Sie müssen sich über die Tragweite, die Bedeutung und die Folgen der Verfügung im Klaren sein. Geschäftsfähigkeit muss dagegen nicht vorliegen. Auch wenn Sie unter Betreuung stehen, können Sie eine Patientenverfügung aufsetzen.

  • Volljährigkeit
  • Einsichts- und Steuerungsfähigkeit

Inhalt der Patientenverfügung

Die Patientenverfügung sollte bestimmten Anforderungen genügen. So dürfen zum Beispiel nur gesetzeskonforme Wünsche geäußert werden. Das schließt unter anderem die aktive Sterbehilfe aus. Passive Sterbehilfe in Form eines Behandlungsabbruchs ist dagegen erlaubt, sollte dies Ihr ausdrücklicher Wille sein.

Notwendige Bestandteile – was muss rein?

Folgende Bestandteile einer Patientenverfügung sind notwendig:

  • Eingangsformel mit aktuellen persönlichen Daten
  • Situationen, für die die Patientenverfügung gelten soll
  • Festlegung zu gewünschten medizinischen Maßnahmen
  • Schlussformel mit Datum und Unterschrift

Mögliche Ergänzungen – was kann rein?

Zusätzlich kann die Patientenverfügung um folgende Abschnitte erweitert werden:

Formerfordernisse – was ist zu beachten?

Schriftform

Eine Patientenverfügung muss schriftlich verfasst werden. Dabei ist es egal, ob sie handschriftlich, am Computer oder mit einem Formular erstellt wird. Wir empfehlen Ihnen aufgrund der eindeutigen Lesbarkeit und besseren Übersichtlichkeit aber eine gedruckte Variante.

Das Formular auf unserer Website genügt allen Formerfordernissen:

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Eigenhändige Unterschrift

Gültig wird die Verfügung erst mit der eigenen Unterschrift. Eine notarielle Beglaubigung ist nicht notwendig. Kann die Unterschrift nicht mehr eigenhändig erstellt werden, müssen Sie einen Notar zur Beglaubigung hinzuziehen.

Unterschrift des Arztes?

Eine zusätzliche Unterschrift Ihres Arztes ist zwar nicht notwendig, ergibt aber immer Sinn. Ihr Hausarzt kennt Sie und Ihre Vorstellungen im Idealfall bereits und kann Ihre Patientenverfügung auf dieser Grundlage nochmals überprüfen.

Widerruf

Sie können Ihre Patientenverfügung jederzeit formlos widerrufen.

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Wertvorstellungen

Um Ihren Willen in der Patientenverfügung zu bekräftigen, sollten Sie Ihre persönlichen Wertvorstellungen ergänzen. Sollte es einmal Zweifel geben oder eine Situation eintreten, die Ihre Patientenverfügung nicht abdeckt, kann aus diesen Angaben Ihr mutmaßlicher Wille abgeleitet werden.

Zu Ihrer Wertvorstellung können zählen:

Religion und Glaube

  • Welche Rolle spielen Spiritualität und Glaube in meinem Leben?
  • Wie beeinflusst dies meinen Bezug zum Leben und zum Sterben?

Fremdbestimmung

  • Welche Rolle spielen Familie oder Freunde für mich?
  • Welche Beziehungen habe ich zu anderen Menschen?
  • Kann ich fremde Hilfe gut annehmen?
  • Habe ich Angst jemandem zur Last zu fallen?

Pflege und Verlust bei anderen

  • Habe ich bereits einen Pflegefall oder Verlust erlebt?
  • Was löst das bei mir aus?
  • Was habe ich davon mitgenommen?

Lebensqualität versus Lebensdauer

  • Möchte ich ein langes Leben, im Zweifel mit Einschränkungen?

Änderungen seit 2016

In Patientenverfügungen müssen konkrete Situationen benannt sein, um die gewollte Behandlung zu ermöglichen.

Dass man beispielsweise „lebensverlängernde Maßnahmen ablehnt”, sagt nicht automatisch etwas über eine konkrete Behandlungsentscheidung aus, so der Bundesgerichtshof (Az. BGH XII ZB 61/16). Patientenverfügungen, die vor 2016 verfasst wurden, sollten deshalb auf konkrete Angaben überprüft und im Zweifel neu verfasst werden.

Aufbewahrung der Patientenverfügung

Legen Sie einen Ordner für wichtige Unterlagen und Vorsorgedokumente an. Dieser sollte schnell auffindbar sein. Teilen Sie Ihren Vertrauenspersonen mit, wo er sich befindet.

Das Original Ihrer Patientenverfügung sollten Sie in diesem Ordner abheften. Sie können Ihren Vertrauenspersonen eine Kopie aushändigen mit dem Verweis, wo sich das Original befindet.

Die Patientenverfügung muss im Ernstfall im Original vorgelegt werden.

Patientenverfügung: Sammelordner für wichtige Unterlagen

Aktualisierung der Patientenverfügung

Überprüfen Sie regelmäßig, ob alle Bestimmungen aus Ihrer Patientenverfügung noch aktuell sind.

Wenn sich Ihre Vorstellungen in Bezug auf Behandlungen und medizinische Maßnahmen im Laufe der Jahre ändern sollten, können Sie jederzeit eine neue Patientenverfügung aufsetzen. Vernichten Sie die vorherige Variante, um Missverständnisse zu vermeiden.

Wenn die Patientenverfügung weiterhin Ihren Vorstellungen entspricht, unterschreiben Sie mit Angabe des aktuellen Datums einfach nochmals am Ende des Dokuments. Damit können Familie und Ärzte sichergehen, nach Ihren aktuellen Wünschen zu handeln.

Was geschieht ohne Patientenverfügung?

Wenn Sie keine Patientenverfügung und keine Vorsorgevollmacht verfasst haben, aber in eine Situation kommen, in der Sie nicht mehr für sich selbst entscheiden können, erhalten Sie einen gerichtlichen Betreuer. Familienangehörige oder Ehepartner sind nicht automatisch der gesetzliche Vertreter bei medizinischen Fragen. Auch muss nicht zwingend ein Familienmitglied als gerichtlicher Betreuer eingesetzt werden.

Das zuständige Betreuungsgericht sucht eine geeignete Person aus dem persönlichen Umkreis aus. Der Betreuer stimmt dann in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt weitere Behandlungmaßnahmen ab, nachdem Ihr mutmaßlicher Wille ermittelt wurde.

Weitere Vorsorgen

Eine Patientenverfügung ergänzen Sie am besten mit einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung. Mit der Vorsorgevollmacht bestimmen Sie eine Vertrauensperson, die sich an Ihrer Stelle um Aufgaben kümmern darf, sobald Sie selbst nicht mehr dazu in der Lage sind. In Kombination mit der Patientenverfügung kann diese Person auch Ihre Behandlungswünsche durchsetzen.

Mit der Betreuungsverfügung verhält es sich ähnlich. In dieser geben Sie an, wen Sie sich als gesetzlichen Betreuer wünschen. Das Betreuungsgericht weist dann unter Berücksichtigung Ihrer Wünsche einen passenden Betreuer zu und behält dabei die Kontrolle über alle Vorgänge. Es kann jedoch einige Wochen in Anspruch nehmen, bis dieser Vorgang abgeschlossen ist und der Betreuer sich an die Arbeit machen kann.

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Häufige Fragen

Jeder Mensch kann in eine Situation geraten, in der er sich nicht mehr zu Fragen der medizinischen Behandlung äußern kann – zum Beispiel durch einen Unfall oder eine schwere Erkrankung. Die Patientenverfügung gibt den behandelnden Ärzten in solch einer Situation klare Entscheidungshilfen, welche Maßnahmen vorzunehmen oder zu unterlassen sind. Auf diese Weise bewahrt eine Patientenverfügung Ihre Selbstbestimmung in Notsituationen.

Es ist zu jedem Zeitpunkt sinnvoll, eine Patientenverfügung zu erstellen. Theoretisch kann man jederzeit durch einen Unfall oder eine schwere Erkrankung unerwartet in eine Situation geraten, in der man nicht mehr in der Lage ist, seinen eigenen Willen in Bezug auf Maßnahmen der medizinischen Behandlung zu äußern. Spätestens wenn Sie schwer erkranken oder eine Operation bevorsteht, sollten Sie jedoch eine Patientenverfügung erstellen.

Eine Patientenverfügung ist rechtskräftig, wenn sie in schriftlicher Form vorliegt und eigenhändig vom Verfasser unterzeichnet wurde. Die einzelnen Verfügungen sind rechtskräftig, solange sie nicht gegen geltende Gesetze verstoßen.

Die Patientenverfügung tritt ab dem Zeitpunkt Ihrer Unterschrift in Kraft. Wirksam ist sie allerdings erst in einer Situation, in der Sie selbst nicht mehr zu Maßnahmen der medizinischen Behandlung befragt werden können.

Mit Ihrer Unterschrift ist eine Patientenverfügung zeitlich unbegrenzt gültig. Es schadet jedoch nicht, Ihre Willenserklärung hin und wieder mit Datum und neuerlicher Unterschrift zu bestätigen. Auf diese Weise können später keine Zweifel darüber aufkommen, ob die Verfügung immer noch Ihrem Willen entspricht. Alle Ergänzungen und Aktualisierungen müssen ebenfalls mit Datum und Unterschrift bestätigt werden.