Den Sterbeprozess erkennen:
Das sind die Anzeichen des Todes

Der Tod eines Angehörigen trifft uns oft wie ein Schock. In den meisten Fällen kommt er aber nicht ganz unerwartet. Wenn Sie die Anzeichen des bevorstehenden Todes erkennen, können Sie in aller Ruhe Abschied nehmen und Ihrem geliebten Menschen sogar den Sterbeprozess erleichtern.

Wann beginnt der Sterbeprozess?

Der Sterbeprozess eines Menschen steht am Ende einer tödlich verlaufenden Erkrankung beziehungsweise am Ende des natürlichen Alterungsprozesses. Die Anzeichen dafür können sich bereits mehrere Tage, aber auch erst wenige Stunden vor seinem Tod einstellen. Wenn Menschen sehr plötzlich sterben, wie beim Tod durch einen Herzinfarkt, treten diese Anzeichen dagegen nicht auf.

  • Viele Menschen durchleben schon vor dem eigentlichen Sterbeprozess längere Phasen der Krankheit und schwindender Kraft. Ihre Behandlung ist Aufgabe der Palliativmedizin.
  • Die Patienten sind dabei häufig ans Bett gefesselt und auf Unterstützung oder Pflege durch andere Menschen angewiesen. Diese Phasen können mehrere Wochen andauern.
  • Als Angehöriger können Sie in dieser Zeit bereits einen Bestatter ansprechen und für den bevorstehenden Todesfall vorsorgen. Auf diese Weise sind Sie auf die außergewöhnliche Situation besser vorbereitet.
Was tun im Todesfall?

Wie verläuft der Sterbeprozess?

Der natürliche Sterbeprozess kann die Körperfunktionen des Sterbenden beeinträchtigen, seine Wahrnehmung verändern und sich auch in seinem Aussehen bemerkbar machen. Weil alle Menschen verschieden sind und auch Sterbephasen nicht immer gleich verlaufen, unterscheiden sich die Anzeichen des nahenden Todes jedoch von Mensch zu Mensch.

Körperliche Anzeichen

Die folgenden Anzeichen sind ein Hinweis darauf, dass der körperliche Sterbeprozess begonnen hat. Sie können, aber sie müssen nicht bei jedem Sterbenden auftreten:

  • Appetitlosigkeit: Hunger- und Durstgefühl lassen nach. Sterbende hören auf zu essen und zu trinken, aufgrund des Flüssigkeitsmangels haben sie häufig einen trockenen Mund und eine trockene Zunge.
  • Schmerzunempfindlichkeit: Das allgemeine sensorische Empfinden lässt in den Sterbephasen nach. Während eine Krankheit mit großen Schmerzen verbunden sein kann, bringt der Sterbeprozess also eher Erleichterung. Er verläuft in der Regel schmerzlos.
  • Stoffwechselprozesse: Stoffwechsel und Körperfunktionen verlangsamen sich im Sterben. Als Folge des Nierenversagens kann sich der Urin dunkel verfärben. Durch den veränderten Stoffwechsel kann in der Zeit vor dem Tod außerdem ungewohnter Körpergeruch auftreten.
  • Schlechtere Durchblutung: Der Puls wird schwächer und schneller. Die Körpertemperatur sinkt, insbesondere Hände und Füße werden kalt. Auch bläulich verfärbte Finger sind ein Anzeichen für den Sterbeprozess.
  • Atmung im Sterbeprozess: Der Atem geht schnell, flach und/oder unregelmäßig. Es kommt zu Atemaussetzern. Geräusche wie Rasseln oder Röcheln („Rasselatmung“) weisen auf Schleim in den Atemwegen hin. Der Sterbende kann diesen nicht mehr abhusten oder herunterschlucken.
  • Nachlassende Kräfte: Die Sterbenden werden immer schwächer. Oftmals halten sie die Augen geschlossen, weil ihnen die Kraft fehlt sie offenzuhalten. Auch das Sprechen strengt in der Sterbephase an und wird immer schwerer verständlich.

Anzeichen für den Sterbeprozess: Augen geschlossen

Veränderungen des Bewusstseins

Manchmal bleiben Sterbende bis zum Tod völlig klar. Durch das langsame Versagen der Organe kommt es aber häufig zu Vergiftungserscheinungen im ganzen Körper. Diese können Symptome wie Schläfrigkeit und Bewusstseinstrübungen zur Folge haben:

  • Die Sterbenden wirken nach innen gekehrt. Oft haben sie zu diesem Zeitpunkt Frieden mit dem Sterben geschlossen und sie werden sehr ruhig.
  • Die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit kann in den Sterbephasen verschwimmen. Sterbende sehen oft verstorbene Angehörige im Zimmer oder an ihrem Bett stehen und reden manchmal mit ihnen.
  • Träume und Visionen der Sterbenden sind zu diesem Zeitpunkt in der Regel angenehm oder sogar tröstlich.

Anzeichen für den nahenden Tod („Terminalphase“)

Die letzte Phase des Sterbens wird auch als Finalphase oder Terminalphase bezeichnet. Wenn der Tod unmittelbar bevorsteht, stellen sich oft folgende Symptome ein:

  • Der Atem wird immer flacher und kann zuweilen aussetzen.
  • Die Muskulatur erschlafft. Daher kann auch der Mund offen stehenbleiben.
  • Die Pupillen reagieren nur noch schwach auf Licht.
  • In der letzten Sterbephase sinken Augen und Wangen ein.
  • Die Haut im Gesicht um Nase und Mund wirkt fahl. Diese blasse oder gräuliche Färbung ist ein typisches Anzeichen des unmittelbar bevorstehenden Todes. Sie wird deshalb auch als „Dreieck des Todes“ bezeichnet.
  • An der Körperunterseite, insbesondere an Händen und Füßen, können sich dunkle Flecken bilden.

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Wie kann man den Sterbeprozess erleichtern?

Für manche Menschen ist es eine Herzensangelegenheit, Sterbebegleitung für Angehörige zu leisten. Im Hospiz oder zuhause können Sie einen geliebten Menschen auf dem letzten Weg begleiten und versuchen, ihm den Sterbeprozess zu erleichtern. Gehen Sie dabei aber sehr behutsam vor, denn auch Sterbende haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse.

  • Zwingen Sie Sterbende nicht zum Essen und Trinken, denn Nahrungsaufnahme verlangsamt den Sterbeprozess.
  • Bieten Sie trotzdem Flüssigkeit an, damit der Mund nicht völlig austrocknet. Wenn der Sterbende das nicht möchte, kann es auch helfen die Lippen zu befeuchten.
  • Sorgen Sie dafür, dass Sterbende warme Hände und Füße haben. Die Extremitäten kühlen in den letzten Sterbephasen besonders schnell aus.
  • Wenn das Atmen zu schwer wird, richten Sie den Oberkörper leicht auf. Sorgen Sie außerdem für frische (aber nicht zu kalte) Luft im Zimmer.

Frische Luft kann den Sterbeprozess erleichtern

  • Halten Sie Ihr Ohr nahe an das Gesicht des Sterbenden, wenn dieser spricht. Mit schwindender Kraft wird es sehr anstrengend, die Stimme zu heben.
  • Haben Sie Geduld im Umgang mit Sterbenden. Hören Sie aufmerksam zu und haben Sie Verständnis, wenn der Sterbende scheinbar wirr spricht oder fantasiert. Versuchen Sie aber, ihn zu beruhigen, wenn er sich während der Sterbephasen ängstigt.
  • Menschlicher Umgang und Nähe können in den letzten Stunden vor dem Tod tröstlich sein. Lassen Sie den Sterbenden nicht alleine. Halten Sie seine Hand oder streicheln Sie ihn sanft, solange er das nicht als unangenehm empfindet.

Sterbeprozess erleichtern: Lassen Sie den Sterbenden nicht alleine

  • Auch leise Musik kann während der Sterbephasen beruhigend wirken und eine angenehme Atmosphäre im Zimmer schaffen.
  • Manchen Menschen fällt es hingegen leichter, loszulassen und aus dem Leben zu gehen, wenn sie alleine sind. Daher kann es vorkommen, dass Patienten gerade dann versterben, wenn ihre Angehörigen aus dem Raum gehen oder sich für einen Moment von ihnen abwenden.
    Bleiben Sie deshalb aufmerksam und lassen Sie dem Sterbenden seine Ruhe, wenn ihm das hilft.

Kann man den Sterbeprozess aufhalten?

Niemand wünscht sich, dass ein geliebter Mensch stirbt. Es ist daher verständlich, wenn Sie Ihren Angehörigen nicht gehen lassen wollen. Bedenken Sie aber, dass der Sterbende eine schwere Krankheit oder ein langes Leben hinter sich hat und dass er es verdient hat, in Frieden zu sterben.

Wenn der Sterbeprozess einmal eingesetzt hat, sehen die meisten Menschen dem Tod gefasst entgegen. Sie freuen sich darauf, endlich auszuruhen. Begleiten Sie die Sterbephasen so gut wie Sie können und machen Sie es den Sterbenden so angenehm wie möglich, wenn die Anzeichen des Todes eintreten.

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