Ablauf einer Beerdigung

Eine Beerdigung ist nicht nur für die nächsten Angehörigen eine schwierige Situation. Auch für die anderen Trauergäste ist dies ein Moment der Verunsicherung. Dementsprechend groß ist die Zahl der Fragen, wie man sich bei einer Beerdigung verhalten soll.

Organisieren Sie eine Beerdigung? Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite, zur Vorsorge und im Trauerfall.

Bestattung planen

Vor der Beerdigung

Bereits vor der Beisetzung des Verstorbenen gibt es einige Punkte, die Sie beachten sollten.

Kondolenzschreiben

Wenn Sie persönlich eine Traueranzeige erhalten, sollten Sie auf diese antworten. Dies machen Sie am besten schriftlich mit einer Trauerkarte und fügen noch persönliche Worte hinzu. Sie können sich von Gedichten und Trauersprüchen inspirieren lassen und Ihre Trauer und Mitgefühl zum Ausdruck bringen.

Geldspenden

Häufig kommt es vor, dass Hinterbliebene darum bitten, statt Blumenschmuck eine Spende an einen gemeinnützigen Verein zu geben. In der Traueranzeige ist die Adresse dafür angegeben.
Wenn die Geldspende keinem besonderen Zweck dient, wird sie üblicherweise mit dem Vermerk „Für Blumen“ gekennzeichnet. Dadurch wird vermieden, dass die Angehörigen den Eindruck bekommen, dass sie ohne Unterstützung nicht die Bestattungskosten für eine schöne Beerdigung aufbringen können. Die Höhe können Sie selber bestimmen. Generell sollten Sie mindestens zehn Euro beigeben.

Blumenspenden

Wenn in der Traueranzeige hingegen nichts bezüglich Blumenschmuck steht, können Sie einen Kranz, ein Gesteck oder eine Blume in einem Topf zur Beerdigung mitbringen. Üblicherweise wird der Kranz oder das Gesteck mit einer Trauerschleife versehen. Auf dieser stehen letzte Wünsche sowie der Name des Schenkenden. Da Trauerkränze recht preisintensiv sind, können Sie gemeinsam mit anderen Trauergästen einen schenken.

Weißer Sarg dekoriert mit vielen Blumen - Rosen, Gerbera, Lilien, Inkalilien in Gelb

Blumenschmuck bei der Trauerfeier

Verhalten während der Beerdigung

In emotionalen Ausnahmesituationen ist es oft schwierig einzuschätzen, wie man sich am besten zu verhalten hat. Während der Beerdigung sollten Sie sich diskret und zurückhaltend verhalten.

Kleidung auf einer Trauerfeier

Auf Beerdigungen ist Zurückhaltung angebracht. In Deutschland ist Schwarz noch immer die dominierende Farbe auf einer Trauerfeier. Sie drückt Trauer und Mitgefühl aus. Aber auch andere dunklere Farben sind als Trauerkleidung tragbar. Als Kontrast werden weiße Hemden oder Blusen getragen. Sowohl bei der Schuh- als auch bei der Krawattenwahl sollten Sie auf dunkle Töne achten. Männer tragen zu einer Bestattung gewöhnlich Anzug, Frauen ein schwarzes Kostüm mit Hose oder Rock.
Auf zu viel Make-Up, auffälligen Schmuck und aufwändige Frisuren sollte bei Beerdigungen verzichtet werden. Bei Regenwetter sollten Sie auf einen Regenschirm in gedeckten Farben achten.

Junge Frau trauert auf Friedhof

Alternative Trauerkleidung

Oftmals wünschen sich Angehörige oder der Verstorbene selbst, dass die Trauergäste in bunten oder weißen Farben zur Bestattung erscheinen. Dies soll die Freude am Leben symbolisieren und das gemeinsame Leben feiern, nicht den Tod betrauern.

Uniformen

Wenn der Verstorbene in seinem Berufsleben Uniform getragen hat oder Mitglied in einem Verein war, tragen Kollegen oder Vereinsmitglieder häufig ihre eigenen Uniformen zur Trauerfeier. Dem Verstorbenen wird so Respekt und die letzte Ehre erwiesen und gezeigt, welche Lücke er hinterlässt.

Sitzordnung bei der Trauerfeier

Obwohl sich in den letzten Jahren viele Riten gelockert haben, ist die Sitzordnung bei einer Beerdigung immer noch traditionell festgelegt. Dies ist unabhängig von religiösen oder weltlichen Trauerfeiern. Je enger Ihre Beziehung zu dem Verstorbenen war, desto weiter vorne sitzen Sie. Die vordersten Bänke sind für die Familie reserviert, enge Freunde dahinter, weitere Bekannte in den Reihen dahinter.

  1. Familie
  2. Freunde
  3. Bekannte

Kondolenzbuch

Oftmals liegt im Eingangsbereich der Trauerhalle ein Kondolenzbuch aus, in dem Sie sich vor der Bestattung namentlich eintragen können. Auch Wünsche und Beileidsbekundungen können Sie niederschreiben. Der Familie dient das Kondolenzbuch als Trost. Sie sehen, wer an der Trauerfeier teilgenommen und mit Ihnen zusammen an den Verstorbenen gedacht hat.

Der Weg zum Grab

Nach der Trauerfeier geleitet die Trauergemeinde den Verstorbenen zu seiner letzten Ruhestätte. Hier wird die Reihenfolge der Sitzordnung eingehalten. So gehen die nächsten Angehörigen direkt hinter dem Sarg oder der Urne, die engsten Freunde dahinter, gefolgt von Bekannten. Während des Leichenzugs verhält man sich schweigend. Gespräche oder auch das Benutzen des Handys ist tabu.

Sargträger tragen einen Sarg

Beileidsbekundungen

Meistens stellen sich die Angehörigen nach der Grablegung am Grab auf und Sie haben die Möglichkeit, Ihr Beileid auszusprechen – entweder durch tröstliche Worte, eine Umarmung oder einen Händedruck. Kleine Gesten spenden in schweren Zeiten großen Trost.

Manchmal bitten die Hinterbliebenen, von Beileidsbekundungen abzusehen. Dies wird meist schon in der Todesanzeige zum Ausdruck gebracht und sollte respektiert werden.
Falls Sie sich nicht sicher sind, ob sie kondolieren können, warten Sie die Reaktion der Familienmitglieder am Grab ab. Bleiben die Angehörigen nach der Zeremonie nicht am Grab, sollten Sie von Beileidsbekundungen Abstand nehmen.

Nach der Beerdigung

In der Zeit nach der Beerdigung beginnt die eigentliche Realisierung des Verlustes. Für die Betroffenen ist es wichtig, dass sie wissen, dass Menschen da sind, die gemeinsam mit ihnen trauern.

Gemeinsames Essen

Oft findet nach der Beisetzung ein „Leichenschmaus” statt. Dies kann sowohl ein Mittagessen oder auch ein Kaffeetrinken sein. In losgelöster Atmosphäre wird über den Verstorbenen gesprochen und man tauscht gemeinsame Erfahrungen aus. Wenn Alkohol gereicht wird, können Sie selbstverständlich auch ein Glas trinken. Wichtig ist nur, dass Sie sich in der Menge zurückhalten. Alles andere kann nicht nur zu unangenehmen Situationen und Äußerungen führen, sondern stellt auch eine Respektlosigkeit gegenüber den Trauernden und Verstorbenen dar. In der Regel dauert der Leichenschmaus nicht länger als zwei Stunden. Empfehlenswert ist es, dass Sie sich persönlich von der Familie des Verstorbenen verabschieden.

Geschmückter Tisch für einen Beerdigungskaffee

Zeit für Trauer geben

Den Tod des geliebten Menschen zu realisieren und zu verarbeiten braucht Zeit, auch nach der Beerdigung. Geben Sie den Hinterbliebenen diese Zeit des Trauerns und erwarten Sie nicht, dass nach der Beerdigung alles wieder seinen gewohnten Gang geht. Seien Sie für die Hinterbliebenen da, geben Sie Raum, über den Verstorbenen zu reden. Bieten Sie den Angehörigen Ihre Hilfe an oder laden Sie sie zu sich ein. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn die Hinterbliebenen Ihren Einladungen nicht folgen. Trauern braucht Zeit.

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