Das Kolumbarium:
Urnenbeisetzung in der Wandnische

Die Urnenbeisetzung im Kolumbarium zählt zu den ältesten Bestattungsarten überhaupt. Seit einigen Jahren wird sie auch in Deutschland immer häufiger gewählt. Die Asche des Verstorbenen findet dabei in einer Urnennische ihre letzte Ruhe.

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Was ist ein Kolumbarium?

Ein Kolumbarium oder Columbarium ist ein Bauwerk, in dem Urnen bestattet werden. Es kann sich hierbei um ein geschlossenes Gebäude, eine offene Halle oder um eine freistehende Urnenwand auf einem Friedhof handeln. In jedem Fall bieten Kolumbarien Platz für die Beisetzung von Urnen in reihenweise übereinander angebrachten Nischen.

Die Ursprünge des Kolumbariums gehen auf die Geschichte des antiken Roms zurück. Dort wurden Kolumbarien seit dem ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung errichtet. Der lateinische Name Columbarium bezeichnete ursprünglich einen Taubenschlag und wurde aufgrund der optischen Ähnlichkeit übernommen.

Kolumbarium: Urnenwand

Eine Variante des Kolumbariums ist die Urnenkammer. Sie wird zum platzsparenden Verwahren von Urnen zum Beispiel nach Ablauf der Ruhezeit errichtet. Anders als das Kolumbarium ist die Urnenkammer üblicherweise nicht öffentlich zugänglich und die Urnen werden darin frei verwahrt, das heißt sie stehen nicht wie beim Kolumbarium in einer Einzelnische.

Vorteile eines Kolumbariums

Es gibt verschiedene Gründe, sich für eine Urnenbestattung im Kolumbarium zu entscheiden:

  • Geringere Grabkosten:
    Nutzungsrechte für Urnennischen sind in der Regel günstiger zu erwerben als für herkömmliche Urnengräber.
  • Kein Grabstein erforderlich:
    Zusätzlich entfallen beim Kolumbarium die Kosten für den Grabstein – Name und Lebensdaten werden üblicherweise auf der Platte vermerkt, die die Nische verschließt.
  • Geringere Folgekosten:
    Darüber hinaus entfällt auch der Aufwand für die fortlaufende Grabpflege durch die Angehörigen bzw. den Friedhof.
  • Weitere Beisetzungen:
    Je nach Größe des Kolumbariums beziehungsweise der angebotenen Urnennischen können sogar mehrere Urnen in einer Nische beigesetzt werden. Manche Kolumbarien eignen sich daher auch als Partner- oder Familiengrabstätte.

Für kleinere Friedhöfe sind Bestattungen im Kolumbarium von Vorteil, weil sie auf diese Weise viele Grabplätze auf relativ geringer Fläche anbieten können. Die gleiche Zahl herkömmlicher Urnengräber würde weitaus mehr Platz in Anspruch nehmen.

Kolumbarium mit offenen Nischen

Kolumbarium mit offenen Nischen

Voraussetzung für eine Beisetzung im Kolumbarium

Damit ein Verstorbener im Kolumbarium bestattet werden kann, muss der Bestatter zunächst die Einäscherung im Krematorium veranlassen. Die Asche wird in eine Urne gefüllt und vom Krematorium zum Friedhof überführt. Anschließend findet sie die letzte Ruhe im Kolumbarium.

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Ruhezeit im Kolumbarium

Die Ruhezeit für Urnen im Kolumbarium ist in der jeweiligen Friedhofssatzung beziehungsweise in der Satzung des Kolumbariums festgelegt. Sie beträgt in der Regel 20 Jahre. Manche Friedhöfe oder Kolumbarien ermöglichen auch eine Verlängerung des Nutzungsrechts.

Wo gibt es Kolumbarien?

Kolumbarien stellen vor allem in südlichen Ländern wie Spanien und Italien sowie in Lateinamerika einen festen Bestandteil der Bestattungskultur dar. Man findet sie dort häufig in Form von langen Urnenwänden, die den gesamten Friedhof einfassen.

Kolumbarium: Urnenwand in Florenz

Kolumbarium in Florenz

Situation in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es seit der Einführung der Feuerbestattung Kolumbarien, aber Bestattungen in einem Kolumbarium haben lange Zeit eine Ausnahme dargestellt. Auch heute noch wählen die meisten Deutschen eine Beisetzung im klassischen Urnengrab. Wer sich jedoch für eine Urnenbestattung im Kolumbarium entscheidet, dem stehen jedes Jahr mehr Möglichkeiten offen.

Grabeskirchen

Seit den 1990er-Jahren ist auch bei uns ein verstärkter Trend zu Bestattungen im Kolumbarium zu beobachten. Seitdem sind viele neue Kolumbarien entstanden. In der Regel sind diese einem Friedhof oder einem Krematorium angegliedert. Vereinzelt werden aber auch Urnenwände in einer Kirche gestaltet oder ganze Kirchen zum Kolumbarium beziehungsweise Urnenfriedhof umgewidmet. Diese Kirchen werden auch als Grabeskirchen bezeichnet.

Bekannte Kirchen mit Kolumbarien sind die Liebfrauenkirche in Dortmund, die Grabeskirche St. Bartholomäus in Köln und die Nazarethkirche in Hannover. Im Kolumbarium der Allerheiligenkirche Erfurt können sich auch Konfessionslose beisetzen lassen.

Anonyme Bestattung: Kolumbarium

Modern gestaltetes Kolumbarium

Alternativen zum Kolumbarium

Es gibt längst nicht in jeder Stadt beziehungsweise auf jedem Friedhof in Deutschland ein Kolumbarium. Manche Friedhöfe bieten stattdessen Bestattungen in einer Urnenkolonnade an, in einer Urnenwand oder in einzelnen Urnenstelen, in denen allerdings nur wenige Urnen beigesetzt werden können. Auf den meisten Friedhöfen haben Sie außerdem die Wahl zwischen einem klassischen Urnenwahlgrab oder -reihengrab, einem Wiesengrab oder einer anonymen Bestattung in einer Gemeinschaftsgrabanlage.

Alternative zum Kolumbarium: Urnenwiesengrab

Urnenwiesengrab

Außerhalb der städtischen Friedhöfe können Sie sich zudem in einem Bestattungswald oder auf hoher See bestatten lassen. Diese Alternativen zum Kolumbarium haben den Vorteil, dass Sie nicht an eine lokale Begräbnisstätte gebunden sind, sondern den Wald beziehungsweise das Seegebiet frei wählen können. Darüber hinaus sind alle diese Optionen pflegefrei.

Eine exklusive Alternative stellt die Beisetzung in der Gruft dar. Gruftbestattungen sind heute wieder auf manchen Friedhöfen möglich. Eine Einäscherung ist dazu nicht erforderlich. Wir beraten Sie gerne.

Bekannte Kolumbarien in Deutschland

Kolumbarium Südfriedhof Leipzig

Kolumbarium Südfriedhof Leipzig

  • Das erste Kolumbarium in Deutschland wurde 1892 auf dem Hauptfriedhof Gotha seiner Bestimmung eröffnet.
  • Das Kolumbarium auf dem Wiesbadener Nordfriedhof wurde im neoromanischen Stil erbaut und 1902 seiner Bestimmung übergeben.
  • Das Kolumbarium auf dem Südfriedhof Leipzig bietet Platz für mehr als 2.800 Urnen. Es steht unter Denkmalschutz und wurde in den Jahren 2008 bis 2011 aufwändig saniert.

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