Seebestattung auf dem Meer

Das Meer ist keine Landschaft,
es ist das Erlebnis der Ewigkeit.

Thomas Mann

Menschen, die eine tiefe Verbundenheit zum Meer spüren, entscheiden sich häufig für eine Seebestattung. Voraussetzung hierfür ist die Kremation. Es ist eine schöne Bestattung für Naturliebhaber, bei der Grabkosten und -pflege entfallen.
Die Asche wird in eine spezielle wasserlösliche Urne gegeben. Diese muss sich innerhalb von 36 bis 72 Stunden vollständig im Wasser auflösen. Die Asche des Verstorbenen findet auf dem Meeresboden die letzte Ruhestätte.

Seebestattung gestalten

 

Beisetzungsorte

In Deutschland finden Seebeisetzungen in der Nord- und Ostsee statt und nicht, wie der Name fälschlicherweise vermuten lässt, auf einem See. In unseren Nachbarstaaten ist auch die Flussbestattung gestattet. Weiterhin ist im Atlantik, Mittelmeer oder in anderen Weltmeeren die Beisetzung möglich.

Ablauf der Seebestattung

Als Angehöriger haben Sie die Wahl, ob Sie an der Bestattung auf hoher See teilnehmen möchten oder nicht. Die Kosten der Seebestattung sind maßgeblich von dieser Entscheidung abhängig. Eine Abschiednahme oder eine Trauerfeier im Heimatort des Verstorbenen kann selbstverständlich vorab stattfinden.

Beisetzung mit Begleitung

Alle Trauergäste treffen sich an Ihrem Wunschtermin im Hafen der Reederei. Sie betreten gemeinsam das Schiff und fahren zum Ort der Beisetzung.
Der Kapitän hält üblicherweise die Trauerrede. Ihre persönlichen Wünsche werden dabei selbstverständlich berücksichtigt. Die Schiffsflagge weht auf Halbmast. Auch die musikalische Begleitung durch Seemannslieder ist ein häufiger Brauch. Nach der Ansprache des Kapitäns wird die Urne mit einem Schiffstau langsam dem Meer übergeben.

Anschließend werfen Sie Blumen oder Blütenblätter auf das Wasser. Das Schiff dreht eine oder mehrere Ehrenrunden um die Beisetzungsstelle und erteilt dem Verstorbenen mit Signaltönen die letzte Ehre.

Stille Beisetzung

Bei der stillen Beisetzung, die bei einer Seebestattung ohne Angehörige stattfindet, werden auf einer Fahrt mehrere Urnen nacheinander der See übergeben.

Voraussetzungen

Bei einer Seebeisetzung ist die Willenserklärung des Verstorbenen erforderlich, aus der hervorgeht, dass eine Seebeisetzung erwünscht ist. Falls zu Lebzeiten keine Willenserklärung aufgesetzt wurde, können die nächsten Angehörigen einen Antrag stellen. Die einzige Voraussetzung ist, dass der Verstorbene zu Lebzeiten den Wunsch geäußert haben muss, dass seine letzte Ruhestätte das Meer sein soll. Um jedoch mögliche Missverständnisse vorzubeugen, ist es sinnvoll eine Bestattungsverfügung zu erstellen, damit der letzte Wille des Verstorbenen nach seinem Tod klar definiert ist.

Ort der Trauer

Oftmals fehlt den Hinterbliebenen ein physischer Ort der Trauer. Als Erinnerung erhalten Sie eine Seegrabmappe oder einen Logbuchauszug. Darin befinden sich ein Auszug aus dem Schiffstagebuch und ein Seekartenausschnitt mit den Koordinaten der Beisetzungsstelle. Die meisten Reedereien bieten über das Jahr verteilt Gedenkfahrten zu den jeweiligen Beisetzungsgebieten an.

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