24-Stunden-Pflege – eine Betreuung in häuslicher Gemeinschaft

Persönliche Betreuung im eigenen Zuhause: die so genannte 24-Stunden-Pflege ist eine attraktive Option für ältere Menschen, die nicht ins Pflegeheim ziehen möchten. Doch was bieten polnische Pflegekräfte? Wir zeigen Ihnen, was die 24-Stunden-Pflege leisten kann und für wen sie geeignet ist.

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Was ist 24-Stunden-Pflege?

Wenn von 24-Stunden-Pflege gesprochen wird, ist damit meistens die häusliche Betreuung durch eine Pflegekraft aus Polen oder einem anderen Land in Osteuropa gemeint. Die polnische Pflegekraft lebt mit dem Pflegebedürftigen in einem Haushalt und gewährleistet so eine Rufbereitschaft auch außerhalb der Arbeitszeiten. Für viele Pflegebedürftige und ältere Menschen mit Demenz ist die so genannte 24-Stunden-Pflege die einzige Alternative zur stationären Unterbringung in einem Pflegeheim.

Schwerpunkt Betreuung und Haushaltsführung

Der Schwerpunkt bei der so genannten 24-Stunden-Pflege liegt neben den Verrichtungen der Grundpflege auf Betreuung und Hilfe im Haushalt. Es handelt sich also genau genommen um eine „Betreuung in häuslicher Gemeinschaft“ (BihG).

Echte Rund-um-die-Uhr-Betreuung?

Die Betreuungskraft arbeitet nicht buchstäblich 24 Stunden am Tag. Vertraglich vereinbart wird in der Praxis meist eine Arbeitszeit von bis zu 60 Stunden pro Woche, ergänzt um Bereitschaftszeiten. Die übrige Zeit gilt vertraglich als Pause beziehungsweise Ruhezeit, über die die Betreuungskraft frei verfügen kann.

Wie diese Bereitschaftszeiten arbeitsrechtlich zu bewerten sind, ist allerdings nicht abschließend geklärt. Mehrere Gerichte – unter anderem das Bundesarbeitsgericht (Az. 5 AZR 505/20) sowie das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg – haben entschieden, dass tatsächlich geleistete Rufbereitschaft als vergütungspflichtige Arbeitszeit gelten kann, wenn die Betreuungskraft faktisch ständig abrufbereit sein muss.

Seriöse Vermittlungsagenturen dokumentieren die tatsächlichen Arbeits- und Ruhezeiten deshalb sorgfältig, um hier Rechtssicherheit zu schaffen.

Sorgen Sie vor – für sich und Ihre Familie

So wie die 24-Stunden-Pflege Ihre Angehörigen im Alltag entlastet, sorgt eine frühzeitige Bestattungsvorsorge dafür, dass sie auch im Trauerfall nicht zusätzlich finanziell und organisatorisch belastet werden.

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Unterschied zur Intensivpflege

Die 24-Stunden-Pflege mit Pflegekräften aus Polen ist nicht mit der ambulanten Intensivpflege für schwerstkranke Menschen zu verwechseln, die es auf ärztliche Verordnung gibt. Ambulante Intensivpflege ist eine spezielle Form der häuslichen Krankenpflege. Sie kann nur von professionellen Pflegefachkräften geleistet werden, die schichtweise arbeiten und so tatsächlich rund um die Uhr für den Patienten da sind.

Arbeitskräfte in der 24-Stunden-Pflege

Die Betreuungskräfte in der 24-Stunden-Pflege stammen in der Regel aus osteuropäischen Ländern wie Polen, Bulgarien oder Rumänien. Aus diesem Grund hat es sich in Deutschland bereits etabliert, von polnischen Pflegekräften zu sprechen, wenn Betreuungskräfte in der 24-Stunden-Pflege gemeint sind.

Qualifizierung

Die polnischen Betreuungskräfte können ausgebildete Kranken- oder Altenpfleger sein, in den meisten Fällen sind es jedoch Haushaltshilfen ohne fachliche Qualifikationen für die Pflege. Diese sind allerdings auch nicht erforderlich, denn man braucht keine pflegerische Ausbildung, um alle Maßnahmen in der Grundpflege durchzuführen.

Warum Pflegekräfte aus Polen?

Betreuungskräfte aus Osteuropa sind weitaus günstiger zu beschäftigen als examinierte Pflegekräfte aus Deutschland. Daher ist die 24-Stunden-Betreuung durch eine Pflegekraft aus Polen, Bulgarien oder Rumänien eine attraktive Option für Pflegebedürftige, die nur unzureichend durch Angehörige versorgt werden und sich keine deutsche Pflegefachkraft leisten können.

Leistungen der 24-Stunden-Pflege

Eine polnische Pflegekraft kann im Rahmen der 24-Stunden-Pflege viele Aufgaben übernehmen, die auch ambulante Pflegedienste und Alltagsbetreuer anbieten: Grundpflege, Hilfe im Haushalt und pflegerische Betreuung. Lediglich die Leistungen der medizinischen Behandlungspflege müssen von examinierten Alten- oder Krankenpflegekräften ausgeführt werden.

Grundpflege

Die Grundpflege umfasst Hilfestellung bei der Körperpflege, Ernährung und freier Bewegung in der eigenen Wohnung. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Waschen, Duschen oder Baden
  • Kämmen, Rasieren
  • Zahnpflege
  • Toilettengang
  • Anreichen von Nahrung
  • Hilfestellung beim Aufstehen und Zubettgehen
  • Anziehen und Ausziehen

Versorgung des Haushalts

  • Einkaufen
  • Betten machen
  • Kochen und Abwaschen
  • Aufräumen und Hausputz
  • Wäsche waschen und bügeln

Aktivierende Pflege

  • Aktive Ansprache des Pflegebedürftigen
  • Förderung seiner verbleibenden Fähigkeiten
  • Aufforderung und Motivierung zu Aktivitäten

Betreuungsmaßnahmen

  • Förderung sozialer Kontakte
  • Begleitung von Behördengängen und Arztbesuchen
  • Aktivitäten wie Brettspiele, Singen, Spazierengehen
  • Gespräche, Vorlesen, gemeinsames Fernsehen mit dem Pflegebedürftigen

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Für wen ist 24-Stunden-Pflege geeignet?

Die so genannte 24-Stunden-Pflege eignet sich gut für Patienten mit niedrigem Pflegegrad, die unter geringen bis mittelschweren körperlichen Beeinträchtigungen leiden. Insbesondere Patienten mit Demenz, deren Pflegeschwerpunkt auf Betreuung und Beschäftigung liegt, können von der ständigen Anwesenheit einer weiteren Person in ihrem Haushalt profitieren.

  • Grundsätzlich gilt: Je umfangreicher und anspruchsvoller die notwendigen Pflegeleistungen sind, desto eher empfiehlt sich ein ambulanter Pflegedienst mit examinierten Pflegekräften.
  • Selbstverständlich können Sie die 24-Stunden-Pflege auch mit einem ambulanten Pflegedienst kombinieren. In diesem Fall kann die Betreuungskraft aktivierende Pflege und Aufgaben im Haushalt übernehmen, während der Pflegedienst anspruchsvollere Maßnahmen der Grundpflege ausführt.

Kosten einer 24-Stunden-Pflege

Die Kosten einer 24-Stunden-Pflege hängen vor allem von den Sprachkenntnissen sowie der fachlichen Qualifikation der Betreuungskräfte ab. Agenturen vermitteln Ihnen eine polnische Pflegekraft für etwa 2.500 bis 3.500 Euro im Monat. Alle Kosten für die Versicherung und Sozialabgaben sind in diesem Preis bereits enthalten. Hinzu kommen die freie Unterkunft und Verpflegung für die Betreuungskraft.

Wer bezahlt die 24-Stunden-Pflege?

Mit anerkannten Pflegegrad 2 oder höher stehen Ihnen jeden Monat Leistungen aus der Pflegeversicherung zu. Diese können Sie in Form von Pflegegeld oder Pflegesachleistung beziehen. Die Pflegesachleistung können Sie leider nicht dazu verwenden, eine 24-Stunden-Pflege zu bezahlen.

Wenn Sie eine polnische Pflegekraft beschäftigen möchten, steht Ihnen dafür lediglich das monatliche Pflegegeld zur Verfügung. Sie müssen also in jedem Fall einen Eigenanteil an der 24-Stunden-Pflege tragen.

Leistung der Pflegekasse nach Pflegegraden

Pflegegrad Monatliches Pflegegeld
Pflegegrad 1
Pflegegrad 2 347,00 €
Pflegegrad 3 599,00 €
Pflegegrad 4 800,00 €
Pflegegrad 5 990,00 €

Stand: September 2026

Kombinationsleistung: Haushaltshilfe und Pflegedienst

Neben den zwei Optionen Pflegegeld und Pflegesachleistung gibt es noch eine dritte Möglichkeit: Sie können eine Kombinationsleistung oder Kombinationspflege wählen. In diesem Fall beziehen Sie nur einen Teil des Pflegegeldes und wandeln Ihren Restanspruch in Pflegesachleistung um.

  • Mit der Kombinationspflege können Sie die Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes in Anspruch nehmen und das anteilige Pflegegeld für die 24-Stunden-Pflege verwenden.
  • Bei dieser Option fällt Ihr Eigenanteil allerdings noch größer aus, als wenn Sie das volle Pflegegeld für die 24-Stunden-Pflege verwenden.
Auch für die eigene Bestattung lohnt sich frühzeitige Vorsorge. Ihre Familie wird dadurch finanziell entlastet und muss im Todesfall keine schwierigen Entscheidungen mehr treffen.

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Pflegehilfe von der Steuer absetzen

Als kleines Trostpflaster können Sie die Kosten der 24-Stunden-Pflege als „haushaltsnahe Dienstleistungen“ oder als „außergewöhnliche Belastung“ von der Steuer absetzen. Genauere Informationen erhalten Sie von einem Steuerberater.

Wie findet man eine Betreuungskraft?

Es gibt viele deutsche Vermittlungsagenturen für Pflegekräfte aus Osteuropa. Diese Agenturen arbeiten mit ausländischen Pflegediensten zusammen, die ihre Angestellten nach Deutschland entsenden. Daher bezeichnet man dieses Modell der 24-Stunden-Pflege als Entsendemodell.

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Vorteile einer Vermittlungsagentur

Als Auftraggeber für die Agentur genießen Sie den Vorteil, dass Sie sich nicht um Details wie Versicherungen, Steuern und Sozialabgaben der Pflegekraft kümmern müssen. Das alles übernimmt der ausländische Pflegedienst für Sie.

Seriöse Agenturen in der Übersicht

Seriöse Vermittlungsagenturen für polnische Pflegekräfte finden Sie beim Verband für häusliche Betreuung und Pflege (VHBP):

http://www.vhbp.de/mitglieder

Vor- und Nachteile der 24-Stunden-Pflege

Die 24-Stunden-Pflege mit polnischen Haushaltshilfen ist oft die einzige Alternative zu einem Senioren- oder Pflegeheim. Aber ist sie auch das Richtige für Sie und Ihre Angehörigen? Wir haben die Vor- und Nachteile noch einmal für Sie zusammengefasst.

Vorteile

  • Der Pflegebedürftige kann in der vertrauten Umgebung seines eigenen Zuhauses wohnen bleiben.
  • Durch das Zusammenleben mit der Pflegehilfe stellen sich schnell Gewöhnung und Vertrauen ein.
  • Der Pflegebedürftige erhält individuelle Betreuung und Pflegeleistungen.
  • In einer Notsituation ist die Betreuungskraft immer in Rufbereitschaft.
  • Die Angehörigen sind entlastet und müssen sich keine Sorgen machen.
  • Polnische Pflegekräfte sind in der Regel deutlich günstiger als vollstationäre Pflege.

Nachteile

  • Pflegehilfen aus Osteuropa sind keine examinierten Pflegefachkräfte.
  • Sprachliche Barrieren können in der Eingewöhnungszeit zu Missverständnissen oder Verständigungsproblemen führen.
  • Medizinische Behandlungspflege zählt nicht zu den Leistungen der 24-Stunden-Pflege.
  • Für eine echte Rund-um-die-Uhr-Betreuung müssen Sie mindestens zwei Pflegekräfte beschäftigen.

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Häufige Fragen zur 24-Stunden-Pflege

Ja, im sogenannten Entsendemodell ist die Beschäftigung einer osteuropäischen Betreuungskraft über eine deutsche Vermittlungsagentur und einen ausländischen Pflegedienst grundsätzlich legal. Allerdings ist die genaue Abgrenzung von Arbeits- und Bereitschaftszeiten rechtlich nicht abschließend geklärt: Mehrere Gerichtsurteile, unter anderem des Bundesarbeitsgerichts, haben entschieden, dass tatsächlich geleistete Rufbereitschaft als Arbeitszeit gelten und entsprechend vergütet werden kann.

Seriöse Agenturen vermitteln rechtskonforme Rundumbetreuung derzeit ab etwa 2.500 bis 3.500 Euro monatlich inklusive Versicherung und Sozialabgaben, hinzu kommen freie Kost und Logis für die Betreuungskraft. Die genauen Kosten hängen von Qualifikation und Sprachkenntnissen ab.

Nur teilweise. Mit Pflegegrad 2 oder höher steht Ihnen monatliches Pflegegeld zu, das Sie dafür verwenden können. Die Pflegesachleistung kann nicht eingesetzt werden, da es sich bei der 24-Stunden-Pflege in der Regel nicht um einen zugelassenen Pflegedienst handelt. Einen Eigenanteil müssen Sie deshalb in jedem Fall selbst tragen.

Besonders gut geeignet ist sie für Menschen mit niedrigerem Pflegegrad und leichten bis mittelschweren körperlichen Einschränkungen, etwa bei Demenz mit Betreuungsschwerpunkt. Bei umfangreicherem oder medizinischem Pflegebedarf empfiehlt sich eher ein ambulanter Pflegedienst, gegebenenfalls in Kombination mit der Betreuungskraft.

Die 24-Stunden-Pflege konzentriert sich auf Grundpflege, Haushalt und Betreuung und wird meist von Haushaltshilfen ohne pflegerische Ausbildung geleistet. Die ambulante Intensivpflege ist dagegen eine ärztlich verordnete, spezialisierte Form der häuslichen Krankenpflege für schwerstkranke Menschen, die nur von examinierten Pflegefachkräften im Schichtdienst erbracht werden darf.

Nicht im Sinne durchgehender Arbeit: Üblich ist eine aktive Arbeitszeit von bis zu 60 Stunden pro Woche, die übrige Zeit gilt vertraglich als Pause beziehungsweise Ruhezeit. Ob permanente Rufbereitschaft im Haushalt tatsächlich als Ruhezeit oder als vergütungspflichtige Arbeitszeit zu werten ist, ist rechtlich umstritten und war bereits mehrfach Gegenstand arbeitsgerichtlicher Verfahren.