Totensonntag oder Ewigkeitssonntag

Am Totensonntag beziehungsweise Ewigkeitssonntag gedenken die Gläubigen in der evangelischen Kirche ihrer Verstorbenen. Auch konfessionslose Menschen nehmen diesen Tag zum Anlass, ihre Verstorbenen auf dem Friedhof zu besuchen und die Gräber mit Trauergestecken und anderem Grabschmuck zu verzieren.

Wann ist Totensonntag?

Der Totensonntag wird jedes Jahr am letzten Sonntag vor dem Ersten Advent begangen. Es ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Die Termine für die nächsten Totensonntage sind demnach:

  • Totensonntag 2018: 25. November 2018
  • Totensonntag 2019: 24. November 2019
  • Totensonntag 2020: 29. November 2020
  • Totensonntag 2021: 28. November 2021

Genau eine Woche vor dem Totensonntag ist der Volkstrauertag.

Totensonntag: Grabschmuck mit Gedenkstein, Grabkerze und Rose

Bedeutung vom Totensonntag

Der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag ist ein Feiertag der evangelischen Kirchen in Deutschland. Er dient den Gläubigen der Erinnerung an die Verstorbenen und ist somit dem katholischen Allerseelen vergleichbar. Anders als der katholische Feiertag wurde der Totensonntag allerdings erst spät eingeführt, nämlich im Jahr 1816 durch König Friedrich Wilhelm III. von Preußen.

Mögliche Gründe für die Einführung des Totensonntags waren die Trauer um die 1810 verstorbene Königin Luise, die zahlreichen Gefallenen der Befreiungskriege gegen Napoleon (1813 – 1815) oder einfach nur das Fehlen eines Feiertags zum Totengedenken in der evangelischen Kirche.

Brauchtum am Totensonntag

Am Totensonntag oder an den Tagen davor besuchen viele Menschen ihre verstorbenen Angehörigen auf dem Friedhof. Sie entzünden Kerzen auf dem Grab und legen Grabschmuck wie Kränze, Blumen und Gestecke ab. Aus diesem Grund brennen in dieser Jahreszeit auch viel mehr Grablichter auf den Friedhöfen als im Rest des Jahres.

Totensonntag: GrabschmuckEnde November ist es an der Zeit, die Gräber auf den Winter vorzubereiten. Dazu werden sie mit Tannengrün oder Rindenmulch bedeckt und mit geschmackvollen Trauergestecken verziert.

Grabbepflanzung für den Winter

Die verschiedenen Landeskirchen begehen den Ewigkeitssonntag auf unterschiedliche Weise. In der Regel werden die Namen der Verstorbenen aus dem vergangenen Kirchenjahr im Gottesdienst verlesen. Manche Gemeinden laden auch zum Gottesdienst in der Friedhofskapelle ein.

Unterschied zwischen Totensonntag und Ewigkeitssonntag

Neben der Bezeichnung „Totensonntag“ hört oder liest man ab und zu auch den Namen „Ewigkeitssonntag“. Gemeint ist in beiden Fällen dasselbe.

  • Während der Name „Totensonntag“ im Allgemeinen sehr gebräuchlich ist, bezeichnet die Kirche den Feiertag meistens als „Ewigkeitssonntag“.
  • Sie verschiebt dadurch den Fokus an diesem Trauertag vom Tod auf den tröstlichen Gedanken der Auferstehung und das ewige Leben.
  • Daneben ist in der Kirche auch der Name „Gedenktag der Entschlafenen für das Totengedenken“ geläufig.

Totensonntag: Weiße Grablichter

Tanzverbot am Totensonntag

Der Totensonntag genießt als stiller Feiertag im gesamten Bundesgebiet besonderen Schutz. Das heißt, dass öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen untersagt sind. Man spricht auch vom „Tanzverbot“. Das Verbot betrifft neben Tanzveranstaltungen auch Musik- und Sportveranstaltungen sowie gewerbliche Veranstaltungen.

  • In den verschiedenen Bundesländern unterscheiden sich allerdings die Zeiträume, in denen das sogenannte „Tanzverbot“ gilt. So darf in Berlin ab 21 Uhr wieder gefeiert werden, in Hamburg und Bremen bereits ab 17 Uhr. Die genauen Regelungen sind in den Feiertagsgesetzen der Bundesländer festgelegt und können bei den Bürgerämtern nachgefragt werden.
  • Private Feiern sind am Totensonntag übrigens kein Problem, und auch Restaurants haben am Totensonntag ganz normal geöffnet.

Weihnachtsmärkte und Weihnachtsschmuck

Traditionellerweise wird in Deutschland erst nach dem Totensonntag der Weihnachtsschmuck aufgestellt. Aus Rücksicht auf religiöse Gefühle und das Totengedenken eröffnen auch die Weihnachtsmärkte in der Regel erst am Tag nach dem Totensonntag. In letzter Zeit ist es allerdings häufiger vorgekommen, dass Adventsmärkte entgegen dieser Regel bereits vor dem Totensonntag geöffnet hatten. Dies sorgt jedes Jahr für Kontroversen, da manche Schausteller und Besucher die frühere Öffnung begrüßen, während andere Gruppen, darunter zahlreiche Kirchenvertreter, diesen Wandel kritisch sehen.

Manche Weihnachtsmärkte öffnen schon vor dem Totensonntag.

Rummel am stillen Feiertag? Das gefällt nicht jedem.

Rechtzeitig vorsorgen
Das Gedenken zum Totensonntag erinnert uns auch an die eigene Sterblichkeit. Bestattungsvorsorge ist ein wichtiges Thema. Sie entlastet Ihre Familie im Fall Ihres Todes und gibt Ihnen das gute Gefühl, dass Ihre Wünsche am Ende des Lebens erfüllt werden.

Vorsorge planen

Bewerten Sie diese Seite
Totensonntag oder Ewigkeitssonntag
5 (100%) 3 votes

1 Stern: Wenig hilfreich, 5 Sterne: Sehr hilfreich