Volkstrauertag – Bedeutung und Brauchtum

Am Volkstrauertag im November gedenken wir der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Als stiller Feiertag genießt der Tag besonderen gesetzlichen Schutz und bietet Gelegenheit zu Einkehr und Besinnung. Doch das war nicht immer so.

An welchem Tag ist Volkstrauertag?

Volkstrauertag ist jedes Jahr am zweitletzten Sonntag vor dem Ersten Advent. Er fällt damit immer in die zweite Novemberhälfte.

  • Volkstrauertag 2019: 17. November 2019
  • Volkstrauertag 2020: 22. November 2020
  • Volkstrauertag 2021: 21. November 2021

Genau eine Woche nach dem Volkstrauertag wird der Totensonntag begangen.

Bedeutung des Volkstrauertags

Der Volkstrauertag ist heute ein bundesweiter Gedenktag für die Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft auf der ganzen Welt. In den meisten Bundesländern sind seine Inhalte gesetzlich allerdings nicht festgelegt, so dass sich der Fokus bei den Feierlichkeiten über die Jahre immer wieder verändert hat.

Volkstrauertag: Totengedenken

So wurde von den 1950er- bis in die 1980er-Jahre vor allem um die gefallenen deutschen Soldaten getrauert. Später rückten die Opfer des Nationalsozialismus in den Mittelpunkt. Heute wird allgemein der Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Terror gedacht und auch verstärkt auf aktuelle Entwicklungen Bezug genommen.

Feierlichkeiten am Volkstrauertag

Traditionellerweise findet am Volkstrauertag eine zentrale Gedenkstunde im Bundestag statt. Zu dieser Gedenkstunde sind der Bundespräsident, der Bundeskanzler, das Kabinett und das Diplomatische Corps anwesend. Der Bundespräsident spricht ein offizielles Totengedenken und kann dabei durch Bezugnahme auf aktuelle Entwicklungen eigene Schwerpunkte setzen. Die Nationalhymne wird gespielt.

Volkstrauertag: Flagge auf halbmast

  • Parallel dazu finden an diesem Feiertag eigene Gedenkstunden und Kranzniederlegungen in vielen Städten und Gemeinden statt. Flaggen an öffentlichen Plätzen und Gebäuden wehen auf halbmast und mahnen der Toten.
  • Auch Angehörige gefallener Soldaten und anderer Opfer von Kriegshandlungen und Terror legen am Volkstrauertag Blumen und Kränze an den Gräbern der Gefallenen und Verstorbenen ab.
Informationen zu Grabschmuck

Der Volkstrauertag ist ein stiller Feiertag

Volkstrauertag: Kranzniederlegung

An den sogenannten stillen Feiertagen sind öffentliche Tanz- und Sportveranstaltungen laut Gesetz verboten – man spricht deswegen auch vom „Tanzverbot“ für stille Feiertage. Dies betrifft verschiedene Gedenktage und kirchliche Feiertage. Obwohl der Volkstrauertag in ganz Deutschland ein stiller Feiertag ist, wird das Tanzverbot in allen Bundesländern unterschiedlich streng eingehalten. In Berlin und Bremen gilt es beispielsweise nur bis 21 Uhr, und auch Brandenburg und Hamburg haben die offizielle Anwendung in den letzten Jahren gelockert.

Der Volkstrauertag historisch

Die Bedeutung des Volkstrauertages hat sich im Lauf der Jahrzehnte stark gewandelt. Ursprünglich hatte er einen ganz anderen Charakter als heute: Im Jahr 1922 wurde der Volkstrauertag durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. eingeführt. Er wurde zunächst als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs begangen.

Heldengedenktag

Nach seiner Einführung in der Weimarer Republik wurde der Volkstrauertag im Nationalsozialismus offiziell zum „Heldengedenktag“ umgewidmet. Statt des stillen Totengedenkens standen im Nationalsozialismus der Stolz und die Heldenverehrung an diesem Feiertag im Mittelpunkt. Es gab Militärparaden und Flaggen wurden wieder voll gehisst.

Datum des Volkstrauertages

Auch das genaue Datum für den Gedenktag ist nicht immer gleich gewesen:

  • Bei der Einführung des Feiertags in der Weimarer Republik wurde entschieden, den Volkstrauertag am fünften Sonntag vor Ostern zu begehen. Dies führte allerdings zu Problemen mit der Kirche, da der Termin in die Fastenzeit fiel.
  • Als „Heldengedenktag“ im Nationalsozialismus wurde der Tag zunächst am zweiten Fastensonntag und ab 1939 jedes Jahr am 16. März (wenn es ein Sonntag war) beziehungsweise am Sonntag vor dem 16. März gefeiert. Der Grund dafür war, dass die Wehrpflicht an diesem Tag im Jahr 1935 wiedereingeführt worden war.

Es fühlt sich gut an, vorzusorgen

Gedenktage wie der Volkstrauertag erinnern nicht nur an Verstorbene, sondern auch an unsere eigene Sterblichkeit. Das Thema Bestattungsvorsorge ist dabei kein Tabu mehr, sondern rückt immer mehr in die Gesellschaft.

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