Nachruf schreiben:
Würdigung für Verstorbene

Mit einem Nachruf können Sie Ihre Wertschätzung und Mitgefühl zum Ausdruck bringen, wenn ein Kollege oder Vereinskamerad stirbt. Wir zeigen Ihnen, wie man einen Nachruf schreibt und was dabei zu beachten ist.

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Was ist ein Nachruf?

Ein Nachruf oder Nekrolog ist eine Gedenkrede zur Würdigung des Lebens und Wirkens eines Menschen. Sie wird aus Anlass seines Todes verfasst. Üblicherweise werden Nachrufe in Printmedien veröffentlicht oder, wenn es sich beim Verstorbenen um eine bekannte Persönlichkeit handelt, im Fernsehen ausgestrahlt.

Nachruf und Nekrolog

Als Nekrolog bezeichnete man ursprünglich ein Verzeichnis der Verstorbenen, das im Mittelalter in Klöstern und Stiften geführt wurde. Erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist mit diesem Begriff auch die Gedenkrede gemeint. Zur gleichen Zeit wurde die Bezeichnung Nachruf gebräuchlich.

Bis heute werden Listen mit den Namen Verstorbener in Chroniken und Jahresrückblicken als Nekrolog geführt. Weitaus häufiger wird die Bezeichnung allerdings als Synonym für den Rückblick auf die Biographie und die Persönlichkeit eines bestimmten Menschen verwendet.

Wer verfasst einen Nachruf?

Wenn Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sterben – Politiker, Wirtschaftsgrößen, Mitglieder des Königshauses, Schauspieler, Sänger etc. – wird der Nachruf von Journalisten geschrieben. Um beim Tod eines Prominenten schnell reagieren zu können, wird sein Nachruf häufig bereits verfasst, während er noch lebt.

Der Nachruf für weniger bekannte Personen wird in der Regel von Freunden, Vereinsmitgliedern oder Arbeitgebern geschrieben. Dabei handelt es sich um Menschen, die den Verstorbenen gut kannten und die sich ihm in besonderem Maße verbunden fühlen.

Wo wird ein Nachruf veröffentlicht?

Personen des öffentlichen Lebens werden üblicherweise mit einem eigenen Artikel in der Tageszeitung gewürdigt. Je nachdem wie bedeutend der Verstorbene gewesen ist, kann sein Nachruf sogar eine komplette Zeitungsseite einnehmen. Im Rahmen von Nachrichtensendungen im Fernsehen erhalten manche Prominente auch einen filmischen Nachruf.

Nachrufe für Privatpersonen erscheinen bei den Traueranzeigen in der Tageszeitung. Sie nehmen meistens nicht mehr Platz ein als eine Todesanzeige und sind entsprechend kurz gehalten.

Nachrufe in der Tageszeitung

Gedenkseiten im Internet

Seit ein paar Jahren besteht zudem die Möglichkeit, Nachrufe auf Gedenkseiten im Internet zu platzieren. Auf diesen Seiten stellen Angehörige Lebensdaten, Bilder und letzte Grüße für ihre Verstorbenen ein, Besucher können Nachrichten hinterlassen und virtuelle Kerzen anzünden. Da im Prinzip unbegrenzt viel Platz zur Verfügung steht, werden auch längere Nachrufe für Gedenkseiten geschrieben. Manchmal veröffentlichen die Angehörigen dort auch die Trauerrede von der Beerdigung.

Inhalt eines Nachrufs

Je nachdem ob Sie einen kurzen Nachruf für die Tageszeitung schreiben oder einen längeren Nachruf für eine Gedenkseite, können Sie unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte setzen.

Wichtig: Vergewissern Sie sich vor der Veröffentlichung unbedingt, dass alle Angaben in Ihrem Nachruf korrekt sind. Idealerweise lassen Sie den Text von der Familie des Verstorbenen gegenlesen.

Kurzer Nachruf

Ein kurzer Nachruf ist ähnlich wie eine Todesanzeige aufgebaut. Er enthält den Namen und die Lebensdaten des Verstorbenen sowie einen kurzen Text, in dem die Position und die Verdienste des Verstorbenen in seinem Unternehmen, seiner Partei, seinem Verein oder seiner Behörde dargestellt werden. Der Nachruf schließt mit einer Beileidsbekundung für die Hinterbliebenen und dem Namen des Unterzeichners, stellvertretend für alle Mitglieder seiner Organisation.

Beispiel: Kurzer Nachruf für einen Mitarbeiter

Nachruf

In stiller Trauer nehmen wir Abschied von unserem Mitarbeiter

Herrn HARALD MUSTERMANN

der am 1. Februar im Alter von 59 Jahren unerwartet verstorben ist.

Herr Mustermann war 26 Jahre in unserem Unternehmen und zuletzt als Vorarbeiter im Bereich XY tätig. Wir haben ihn als engagierten, zuverlässigen und stets hilfsbereiten Mitarbeiter und Kollegen schätzen gelernt und wir werden ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.

Im Namen des gesamten Teams der Musterfirma GmbH:
Heinz Musterchef, Geschäftsführer

Beispiel: Kurzer Nachruf eines Schützenvereins

Nachruf

ULRIKE MUSTERFRAU

*29. Oktober 1963  †12. März 2015

Wir alle sind fassungslos, dass unsere liebe Freundin und Schützenschwester plötzlich aus unserer Mitte gerissen wurde. Ulrike war im Jahr 1984 Mitgründerin unserer Damenabteilung. Ihre liebenswerte Art, ihre große Hilfsbereitschaft und ihr Sinn für Humor werden uns sehr fehlen.

Wir werden ihr für alle Zeit ein ehrendes Andenken bewahren.

Den Hinterbliebenen sprechen wir unser tiefempfundenes Mitgefühl aus.

Im Namen aller Mitglieder
Der Vorstand des Schützenvereins Muster e. V.

Wir erweisen der Verstorbenen gemeinsam die letzte Ehre am 20. März um 18 Uhr im Vereinslokal.

Längerer Nachruf

Ein längerer Nachruf lässt Ihnen größere Freiheit bei der Gestaltung. Der Inhalt ergibt sich aus Ihrer persönlichen Beziehung zum Verstorbenen – Sie können selbst wählen, auf welche Ereignisse und Lebensstationen Sie eingehen möchten:

  • Berufliche Erfolge und persönliche Verdienste
  • Positive Eigenschaften des Verstorbenen
  • Erinnerungen und Anekdoten aus seinem Leben
  • Einzelheiten zum Schicksalsweg (z. B. Kampf gegen Krankheit)
  • Einfluss auf andere Menschen und Vermächtnis

Tipp: Wenn Sie einen längeren Nachruf oder Nekrolog verfassen wollen, können Sie sich am Aufbau einer Grabrede für die Trauerfeier orientieren.

Unterschied zur Trauerrede

Ein Nachruf und eine Trauerrede können inhaltlich sehr ähnlich sein. Sie unterscheiden sich in erster Linie darin, dass die Trauerrede oder Grabrede bei der Beerdigung vorgetragen wird. Dies geschieht in der Regel durch einen Geistlichen oder einen professionellen Trauerredner.

Warum verfasst man einen Nachruf?

Mit einem Nachruf drücken Sie in erster Linie Ihre Wertschätzung für den Verstorbenen, seinen Lebensweg und sein Wirken aus. Sie erweisen ihm die letzte Ehre und regen die Leser oder Zuhörer dazu an, ihre eigene Verbundenheit zum Verstorbenen zu reflektieren und ihm ein ehrendes Andenken zu bewahren.

Einen Nachruf zu schreiben kann aber auch Teil Ihrer persönlichen Trauerarbeit sein. Durch die Auseinandersetzung mit dem Verstorbenen und seinem Leben frischen Sie persönliche Erinnerungen auf. Es fällt Ihnen leichter, Abschied zu nehmen und den Tod zu akzeptieren, wenn Sie sich an schöne Erlebnisse und gemeinsam verbrachte Zeiten erinnern.

Ein Nachruf kann den Hinterbliebenen Trost spenden

Auch auf die (anderen) Hinterbliebenen kann ein Nachruf tröstliche Wirkung haben: Der Verfasser drückt ihnen seine Anteilnahme aus. Sie sehen, dass der geliebte Mensch geschätzt wurde und positiv auf andere gewirkt hat. Genau wie eine Trauerkarte oder ein Kondolenzbrief kann ein Nekrolog also Trost spenden, auch lange nach der Beerdigung.

Zeitpunkt für einen Nachruf

Ihr Nachruf sollte keinesfalls vor der offiziellen Todesmitteilung durch die Angehörigen veröffentlicht werden. Im Idealfall erscheint er am selben Tag wie die Traueranzeige, aber auch eine spätere Veröffentlichung ist kein Problem.

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