Das Requiem – Musik f├╝r die Totenmesse

Das Requiem nimmt unter den Trauerliedern einen besonderen Platz ein. Seit Jahrhunderten werden Requiems zu Beerdigungen gespielt, um Verstorbenen einen w├╝rdigen Abschied zu bereiten und f├╝r ihr Leben nach dem Tod zu bitten. Wir zeigen Ihnen den Ursprung dieser Musikgattung, welchen Zweck sie erf├╝llt und welche Vielfalt an wundersch├Ânen Requiems f├╝r die Gestaltung einer Trauerfeier zur Auswahl steht.

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Was ist ein Requiem?

Wenn von einem Requiem die Rede ist, k├Ânnen damit zwei Dinge gemeint sein:

  1. Das Requiem als heilige Messe f├╝r Verstorbene in der katholischen Kirche (auch Sterbeamt oder Totenmesse)
  2. Das Requiem als Musikst├╝ck, das zum Totengedenken komponiert und als Begleitung der Totenmesse oder f├╝r sich allein stehend gespielt wird

Die Bezeichnung ÔÇ×RequiemÔÇť leitet sich vom lateinischen Psalm Requiem aeternam dona eis, Domine (ÔÇ×Ewige Ruhe schenke ihnen, o HerrÔÇť) aus dem Einzugsgesang (Introitus) her.

Requiem als heilige Messe

Anl├Ąsse f├╝r ein Requiem

Ein Requiem wird aus Anlass eines Todesfalls geschrieben beziehungsweise abgehalten. Mit dem Requiem wird das Leben des Verstorbenen gew├╝rdigt und im kirchlichen Zusammenhang f├╝r sein ewiges Seelenheil gebetet.

Weitere Anl├Ąsse, ein Requiem zu komponieren oder aufzuf├╝hren:

  • Zum Gedenken an bedeutende Pers├Ânlichkeiten, insbesondere an ihrem Geburtstag oder Todestag
  • Als Anklage oder Mahnung im Angesicht von Krieg und Katastrophen
  • Als ├Ąsthetischer Ausdruck einer apokalyptisch-bedrohlichen (Weltgerichts-)Stimmung
  • Zur Verarbeitung der eigenen Sterblichkeit und Vorbereitung auf den Tod durch den Komponisten

Requiem als Totenmesse

Das Requiem ist eine Votivmesse f├╝r Werktage. Die Liturgie des Requiems entspricht daher einer heiligen Messe an Werktagen im Advent und zur Fastenzeit: Die Bestandteile Gloria, Halleluja und Credo werden ausgelassen, anstelle des Halleluja folgt in der Totenmesse der Tractus. Eingef├╝gt werden Totengedenken und F├╝rbitten. Die liturgische Bezeichnung der Totenmesse lautet Missa pro defunctis (ÔÇ×Messe f├╝r die VerstorbenenÔÇť).

  • Die Totenmesse oder das Requiem wird am Tag der Beerdigung abgehalten. Die Gemeinde gedenkt dabei des Verstorbenen und betet f├╝r sein Seelenheil. Anschlie├čend findet die Beisetzung statt.
  • Dar├╝ber hinaus werden Requiems in der katholischen Kirche auch zu Allerseelen am 2. November gefeiert.

Requiem als Totenmesse

Requiem in der Musik

Requiems werden bis heute gerne zur musikalischen Untermalung bei Trauerfeiern gespielt. Sie liegen in einer gro├čen Bandbreite vor, von leiseren, besinnlichen Renaissance-St├╝cken bis hin zu klassischen und romantischen Kompositionen in gro├čer orchestraler Inszenierung. Daher eignen sich Requiems f├╝r Abschiednahmen im kleinen Kreis genauso wie f├╝r festliche Zeremonien. Sie k├Ânnen erhaben oder tr├Âstlich wirken.

Inhalt eines Requiems

Das als Requiem bezeichnete Musikst├╝ck wurde urspr├╝nglich zur Begleitung der Totenmesse komponiert und orientiert sich im Aufbau an der Liturgie dieser Messe. Entsprechend der wechselnden Bibel-Exegese und dem Zeitgeist der vergangenen Jahrhunderte haben sich die inhaltlichen Schwerpunkte f├╝r Requiems auch immer wieder ver├Ąndert.

Mal d├╝ster, mal hoffnungsvoll, zeichnen Requiems aus verschiedenen Epochen ihre Bilder: von den Schrecken des j├╝ngsten Gerichts und der ewigen Verdammnis, vom Schicksal der Seelen im Fegefeuer, von der Hoffnung auf die Gnade eines strafenden Gottes oder vom Ausblick auf die Auferstehung und das ewige Leben im Jenseits.

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Requiems und andere TrauermusikEs muss nicht immer ein Requiem sein. Sind Sie auf der Suche nach sch├Âner Musik f├╝r eine Trauerfeier? Eine gro├če Auswahl beliebter Popsongs, Balladen und klassischer Musikst├╝cke f├╝r Bestattungen finden Sie hier:

Musik f├╝r Trauerfeiern

Typische Satzfolge im Requiem

  1. Introitus ÔÇ×Requiem aeternam dona eis DomineÔÇť
  2. Kyrie ÔÇ×Kyrie eleisonÔÇť
  3. Sequenz ÔÇ×Dies iraeÔÇť
  4. Offertorium ÔÇ×Domine Jesu ChristeÔÇŁ
  5. Sanctus und Benedictus
  6. Agnus Dei
  7. Communio ÔÇ×Lux aeternaÔÇť

Das Kernst├╝ck bildet dabei ├╝blicherweise das Dies irae, in dem es um den Zorn Gottes, das j├╝ngste Gericht und das Zittern der S├╝nder geht. Diese besonders wichtige Sequenz des Requiems wird in der Regel sehr kraftvoll gespielt und/oder in weitere S├Ątze ausdifferenziert.

Requiem, Streicher

Von der Kirche zum Konzertsaal

Die urspr├╝ngliche Bedeutung als musikalische Begleitung oder Vertonung der katholischen heiligen Messe beh├Ąlt das Requiem bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, so noch bei Mozart, Salieri und Haydn. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts beginnt es sich vom streng liturgischen beziehungsweise kirchlichen Zusammenhang zu l├Âsen. Das Requiem gewinnt an Bedeutung als festliches Musikst├╝ck, das zu besonderen Anl├Ąssen mit gro├čem Chor und Orchester inszeniert wird.

Requiem mit Orchester und gro├čem Chor

Neben den leiseren kirchlichen Werken von Bruckner, Liszt und Saint-Sa├źns entstehen in dieser Zeit monumentale Kompositionen wie Grande Messe des Morts von Hector Berlioz, die Messa da Requiem von Giuseppe Verdi oder das Requiem von Anton├şn Dvo┼Ö├ík. Diese St├╝cke kommen am besten im Konzertsaal zur Wirkung und werden dort auch bis heute gespielt.

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Der Text zur Musik

Mit der L├Âsung des Requiems vom Gottesdienst folgt auch der Text nicht mehr zwingend der katholischen Liturgie. Johannes Brahms etwa verwendet f├╝r sein Deutsches Requiem (1861-1868) frei gew├Ąhlte Bibeltexte aus der Luther-├ťbersetzung. ├ähnlich tun es viele Komponisten ab dem 19. Jahrhundert, die ihr Werk mit pers├Ânlich ausgew├Ąhlten Texten aus Dichtung und Literatur unterlegen, traditionelle mit neuen Texten mischen oder ganz auf Text verzichten ÔÇô so zum Beispiel Hans Werner Henze in seinem Requiem (1990-1992).

Ab der zweiten H├Ąlfte des 19. Jahrhunderts wird die Zahl der neuen Kompositionen weniger. Trotzdem hat das Requiem nichts von seiner Faszination f├╝r Komponisten und ihre Zuh├Ârer eingeb├╝├čt: Bis heute schaffen bedeutende K├╝nstler neue Requiems, setzen dabei jeweils eigene Akzente und sorgen so daf├╝r, dass diese sch├Âne und interessante Gattung weiterhin relevant bleibt.

Requiems heute

Viele Requiems, j├╝ngere wie ├Ąltere, beeindrucken bis heute durch ihre Sch├Ânheit und Wirkungsgewalt und sind, bei aller Komplexit├Ąt, auch f├╝r Laien leicht zug├Ąnglich. Sie erinnern an die Kostbarkeit und Verg├Ąnglichkeit des Lebens und spenden Trauernden Trost, wenn sie von einem geliebten Menschen Abschied nehmen m├╝ssen.

Requiem zum Totengedenken

Bekannte Vertonungen aller Epochen

Als kirchliche Kompositionen sind uns viele Requiems ├╝berliefert, auch aus fr├╝heren Epochen. Der fr├╝heste vollst├Ąndig erhaltene Requiem-Zyklus stammt aus der Feder des franko-fl├Ąmischen Komponisten Johannes Ockeghem aus der Renaissance.

J├╝ngeren Datums und bis heute oft gespielt sind Vertonungen wie die von Verdi, Bruckner, Brahms und Haydn. Das wahrscheinlich meistgespielte Requiem stammt von Wolfgang Amadeus Mozart. Sein Requiem in d-Moll z├Ąhlt zu den bekanntesten Vertonungen und, nach Ansicht von Experten und Liebhabern, zu den besten Werken Mozarts.

Requiems der Renaissance

Johannes Ockeghem: Missa pro defunctis (Requiem)

Giovanni da Palestrina: Missa pro defunctis

Jean Richafort: Missa pro defunctis

Pierre de la Rue: Missa pro fidelibus defunctis

Tomas Luis de Victoria: Requiem Officium Defunctorum

Orazio Vecchi: Missa pro defunctis

Requiems des Barock

Heinrich Ignaz Franz Biber: Requiem in f-Moll

Andr├ę Campra: Messe des Morts

Jean Gilles: Messe des Morts

Requiems der Klassik

Requiems aus verschiedenen Epochen
Luigi Cherubini: Requiem in d-Moll

Michael Haydn: Requiem in c-Moll

Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem in d-Moll

Antonio Salieri: Requiem in c-Moll

Requiems der Romantik

Hector Berlioz: Grande Messe des Morts

Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem

Anton Bruckner: Requiem in d-Moll

Anton├şn Dvo┼Ö├ík: Requiem

Charles Gounod: Requiem in c-Dur

Robert Schumann: Requiem

Giuseppe Verdi: Messa da Requiem

Vertonungen aus dem 20. Jahrhundert/Neue Musik

Benjamin Britten: War Requiem

Gabriel Faur├ę: Requiem

Hans Werner Henze: Requiem

Frank Martin: Requiem

Rudolf Mauersberger: Dresdner Requiem

Aribert Reimann: Requiem

Andrew Lloyd Webber: Requiem

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