Haushaltsauflösung im Todesfall

Eine Haushaltsauflösung muss oft unter Zeitdruck erfolgen. Für die Hinterbliebenen bedeutet das eine zusätzliche Belastung. Wir zeigen Ihnen, wie man sich am besten organisiert, um unnötigen Stress zu vermeiden.

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Wer darf einen Haushalt auflösen?

In einem Todesfall geht der Nachlass des Verstorbenen in den Besitz der Erben über. Dazu gehört auch sein gesamter Haushalt. Die Erben können entscheiden, ob sie die Wohnung mitsamt der Einrichtung behalten oder ob sie den Haushalt auflösen wollen.

Mietvertrag kündigen oder nicht?

Wenn es sich bei der Wohnung um ein Mietobjekt handelt, geht auch der Mietvertrag an die Erben des Verstorbenen über. Als Erbe haben Sie dann die Wahl, ob Sie die Wohnung übernehmen und selbst nutzen oder den Mietvertrag kündigen wollen.

Wohnung übernehmen

Möchten Sie die Wohnung selbst beziehen, können Sie an Stelle des Verstorbenen in das Mietverhältnis eintreten. In diesem Fall werden Sie als neuer Hauptmieter im Mietvertrag eingetragen. Es steht Ihnen natürlich frei, den Haushalt trotzdem aufzulösen und sich nach Ihrem Geschmack neu einzurichten.

Haushaltsauflösung: Mietvertrag unterzeichnen

Sonderkündigungsrecht wahrnehmen

Alternativ können Sie als Erbe nach § 580 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) von einem Sonderkündigungsrecht im Todesfall Gebrauch machen. Dazu müssen Sie den Mietvertrag innerhalb eines Monats nach dem Tod des Hauptmieters kündigen. Anschließend bleibt Ihnen die gesetzliche Frist von drei Monaten für die Haushaltsauflösung und Räumung der Wohnung.

Kündigungsrecht für den Vermieter

Auch der Vermieter hat ein Sonderkündigungsrecht im Todesfall. Er kann davon allerdings nur Gebrauch machen, wenn schwerwiegende Gründe vorliegen, die ein Zusammenleben mit den Erben unzumutbar machen (Lärmbelästigung, Haustiere).

Wie funktioniert eine Haushaltsauflösung?

Für eine Haushaltsauflösung gibt es zwei Wege: Entweder räumen Sie die Wohnung selbstständig leer oder Sie beauftragen einen professionellen Haushaltsauflöser. Welcher Weg der bessere ist, hängt vor allem davon ab, wie viel Zeit Ihnen für die Wohnungsauflösung bleibt.

Selbst organisieren:

  • Wenn Sie eine dreimonatige Kündigungsfrist ausschöpfen können, ist eine selbst organisierte Haushaltsauflösung kein Problem. Diese Zeit sollte ausreichen, um den gesamten Haushalt zu verkaufen, zu verschenken oder zu entsorgen.
  • Ein großer Vorteil: Die selbst organisierte Haushaltsauflösung ist kostenlos.

Entrümpelung beauftragen:

  • Wenn Sie die Wohnung allerdings weiter vermieten oder selbst nutzen möchten, empfiehlt sich ein professioneller Haushaltsauflöser oder Entrümpeler. Anderenfalls entgehen Ihnen wertvolle Mieteinnahmen oder Sie zahlen selbst für zwei Wohnungen.
  • Eine professionelle Entrümpelung ist auch dann eine gute Idee, wenn Sie selbst keine Zeit oder keine Lust haben, sich um die Haushaltsauflösung zu kümmern.

Haushaltsauflösung selbst organisieren

Es gibt viele Möglichkeiten, gebrauchte Wohnungseinrichtungen zu verkaufen oder zu verschenken. Hohe Erlöse haben Sie zwar nicht zu erwarten: Alte Möbel sind meistens nicht sehr wertvoll, es sei denn es handelt sich um Antiquitäten (vor 1945) oder besonders gesuchte Stilrichtungen wie zum Beispiel dänische Mid-Century Möbel. Es wäre aber schade, gut erhaltene Stücke zu entsorgen. Es gibt viele Menschen, die sich noch darüber freuen.

Haushaltsauflösung selbst organisieren

Kunst und Wertgegenstände

Sortieren Sie zunächst einmal Gegenstände aus, die wertvoll sein könnten: Dazu zählen Schmuck, altes Porzellan, Gemälde und Kunstgegenstände. Diese können Sie Antiquariaten zum Ankauf anbieten oder bei eBay versteigern. Wenn Sie nicht sicher sind, ob ein Stück wertvoll ist, beauftragen Sie einen Fachmann mit der Schätzung. Im Zweifel lohnt es sich, mehrere Meinungen einzuholen.

Möbel, Einrichtung, Küchengeräte

Möbel, Küchengeräte, Geschirr und Einrichtungsgegenstände müssen Sie heute nicht mehr selbst zum Flohmarkt schleppen. Über kostenlose eBay Kleinanzeigen werden Sie (fast) alles an Selbstabholer los – vorausgesetzt, der Preis stimmt.

Geschirr aus einer Haushaltsauflösung

Gut erhaltene Möbel und Küchengeräte werden auch von karitativen Einrichtungen wie Sozialkaufhäusern oder von der Caritas abgeholt. Fragen Sie am besten nach, was gebraucht wird. Häufig nehmen diese Einrichtungen auch getragene Kleidung, Spielsachen und Bücher an.

Schäbige und kaputte Möbelstücke entsorgen Sie am besten auf dem Sperrmüll. Die Abholung ist in vielen Gemeinden kostenlos. Aber auch wenn Sie die Abholung bezahlen müssen, ist dies in der Regel günstiger als einen ganzen Container zu bestellen.

Sperrmüll bei Haushaltsauflösung

Gebrauchte Kleidung

Gebrauchte Kleidung und Schuhe können Sie in die Altkleidersammlung geben. Ist die Kleidung sehr gut erhalten, wird sie auch kostenlos von Sozialkaufhäusern angenommen. Schadhafte und verschmutzte Kleidungsstücke sollten Sie gleich in den Müll geben.

Spielzeug und Bücher

Altes Spielzeug in gutem Zustand kann heute einen hohen Sammlerwert haben. Am besten lassen Sie es von einem Fachmann schätzen. Neuere Spielsachen können Sie auf dem Flohmarkt verkaufen oder bei eBay versteigern.

Haushaltsauflösung, Bücher verschenken

Bücher wird man dagegen schwer los. Bieten Sie sie zur Selbstabholung bei eBay Kleinanzeigen an oder geben Sie die Bücher im Gesamtpaket mit Kleidung, Möbeln oder Spielsachen an ein Sozialkaufhaus ab. Bücher, die Sie nicht mehr loswerden, können Sie als Altpapier entsorgen.

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Entrümpler beauftragen

Professionelle Haushaltsauflöser, Entrümpler und Entsorger finden Sie im Internet. Diese erledigen eine Haushaltsauflösung in einem Bruchteil der Zeit, die Sie selber dafür brauchen würden. Wichtig ist, dass Sie nicht gleich den ersten Anbieter mit der Entrümpelung beauftragen, denn auch bei professionellen Anbietern gibt es schwarze Schafe.

Angebote vergleichen

Vergleichen Sie mindestens drei Anbieter, bevor Sie sich für ein Unternehmen entscheiden. Der Entsorger sollte Ihnen ein transparentes Angebot machen. Dies kann zum Beispiel ein vorher festgelegter Komplettpreis sein. Andere Unternehmen bieten eine unverbindliche Vorab-Besichtigung der Wohnung an und machen anschließend einen Kostenvoranschlag.

Kosten einer Haushaltsauflösung

Eine professionelle Entrümpelung kostet etwa 500 Euro pro Zimmer. Manche Entrümpler kaufen auch Nachlässe an oder verkaufen gut erhaltene Einrichtung weiter. Der Erlös kann später mit den Kosten für die Wohnungsauflösung verrechnet werden.

Professioneller Haushaltsauflöser

Dauer einer Entrümpelung

Wie lange der Entrümpler für die Haushaltsauflösung braucht, hängt von der Größe der Wohnung und der Art ihrer Einrichtung ab. Als Faustregel gilt: Bei einem 3-Zimmer-Haushalt sollte eine Entrümpelung nicht länger als einen Arbeitstag in Anspruch nehmen.

Wichtig: Haftpflichtversicherung

Achten Sie darauf, dass der Haushaltsauflöser eine Haftpflichtversicherung hat. Genauso wie bei Umzügen kann es auch bei Wohnungsauflösungen schnell zu Beschädigungen in der Wohnung, im Hausflur oder im Treppenhaus kommen.

Tipp: Verborgene Schätze sichern

Bevor Sie mit dem Entrümpeln beginnen, sollten Sie die Wohnung sorgfältig nach persönlichen Erinnerungsstücken und versteckten Wertgegenständen durchsuchen. Ist die Einrichtung erst einmal verkauft, verschenkt oder auf dem Sperrmüll gelandet, sind verborgene Schätze für immer verloren.

  • Schauen Sie in Schränken und Schubladen nach Geld, Wertsachen oder Gegenständen mit hohem emotionalem Wert.
  • In Büchern findet man zuweilen versteckte oder vergessene Geldscheine, Briefe und Postkarten, die als Lesezeichen benutzt wurden.

Haushaltsauflösung: Verborgene Schätze sichern

Was ist im Todesfall sonst noch wichtig?

Wenn ein Angehöriger stirbt, sind in kurzer Zeit viele wichtige Entscheidungen zu treffen. Neben der Haushaltsauflösung müssen die Hinterbliebenen die Bestattung organisieren, Versicherungen informieren, Verträge und Mitgliedschaften kündigen.

Hier finden Sie eine Übersicht mit den wichtigsten Punkten, die im Todesfall zu beachten sind:

Was tun im Todesfall?

Wohnungsauflösung bei Erbausschlagung

Wenn Sie nicht der Erbe des Hauptmieters sind oder das Erbe ausschlagen, haben Sie nicht das Recht, den Haushalt aufzulösen. Sie dürfen die Wohnung in diesem Fall auch nicht mehr betreten. Wenn Sie einen Schlüssel zur Wohnung besitzen, müssen Sie diesen beim Vermieter abgeben.

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