Der Organspendeausweis

Mit einem Organspendeausweis zeigen Sie die Bereitschaft, nach Ihrem Tod transplantierbare Organe oder Gewebe zu spenden, um anderen Menschen ein Weiterleben zu ermöglichen. Wir zeigen Ihnen, warum dieser Ausweis so wichtig ist, was darin steht und wo Sie Ihren Organspendeausweis bestellen können.

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Was ist ein Organspendeausweis?

Der Organspendeausweis ist ein schriftliches Dokument im Format einer Scheckkarte, in dem Sie Ihre Einwilligung zur Organspende geben. Im Todesfall zeigt der Organspendeausweis dem behandelnden Arzt oder Rettungskräften, dass Sie einer Organentnahme zustimmen, um anderen Menschen das Leben zu retten.

Organspendeausweise

Warum ein Organspendeausweis?

Nach Angaben der Bundesärztekammer warteten 8.199 Patienten Ende 2025 auf eine Organspende in Deutschland. Sie benötigen zum Beispiel eine neue Leber, Bauchspeicheldrüse oder Herzklappen. Ihr Leben hängt davon ab, dass rechtzeitig ein Spender gefunden und eine Transplantation durchgeführt wird. Leider gibt es viel weniger potenzielle Spender als Empfänger.

Bei der Organentnahme und Transplantation ist jede Minute kostbar. Der schnellste und einfachste Weg, Ihre Bereitschaft zur Organspende zu zeigen, ist der Organspendeausweis. Wenn Sie bereit sind, anderen Menschen transplantierbare Organe oder Gewebe zu spenden und dadurch ein Weiterleben zu ermöglichen, sollten Sie daher einen Organspendeausweis tragen.

Welche Informationen stehen auf dem Organspendeausweis?

Auf dem Organspendeausweis stehen persönliche Angaben zum Spender sowie die Einwilligung zur Organ- und Gewebespende. Darüber hinaus können bestimmte Organe oder Gewebeteile von der Spende ausgeschlossen werden. Wenn Sie eine Organspende nach Ihrem Tod grundsätzlich ausschließen möchten, können Sie im Organspendeausweis auch Ihren Widerspruch der Organspende festhalten.

Informationen auf der Vorderseite

  • Persönliche Angaben: Name, Geburtsdatum, Adresse
Organspendeausweis des BIÖG
Organspendeausweis des BIÖG

Informationen auf der Rückseite

  • Einwilligung oder Widerspruch der Organspende
  • ggf. andere Person, die diese Entscheidung treffen soll
  • Organe bzw. Gewebe, die gespendet werden sollen
  • Organe bzw. Gewebe, die nicht gespendet werden sollen
  • ggf. weitere Angaben oder Hinweise
Rückseite des Organspendeausweises vom BIÖG
Organspendeausweis Rückseite

Was geschieht ohne Organspendeausweis?

Beim Thema Organspende gilt in Deutschland die so genannte Entscheidungslösung: Um Organe oder Gewebe zu spenden, muss der Spender sich ausdrücklich für eine Organentnahme nach seinem Tod entscheiden. Gegen den Willen des Spenders können niemals Organe oder Gewebeteile entnommen werden.

Wenn ein potenzieller Spender keinen Organspendeausweis besitzt und sich zu Lebzeiten auch nicht auf anderem Weg schriftlich zur Organspende geäußert hat (z. B. in einer Patientenverfügung), dürfen jedoch seine nächsten Angehörigen diese Entscheidung für ihn treffen.

Man kann also auch zum Organspender werden und Leben retten, ohne einen entsprechenden Ausweis zu haben. Allerdings verstreicht viel kostbare Zeit, wenn Ärzte oder Rettungssanitäter vor der Organentnahme erst die Einwilligung der Angehörigen einholen müssen. Diese Zeit kann bereits über Leben oder Tod eines Empfängers entscheiden.

Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, Ihre Entscheidung für die Organ- und Gewebespende im Organspendeausweis mitzuteilen.

Organspende mit Organspendeausweis

Wo kann man einen Organspendeausweis bestellen?

Organspendeausweise liegen in vielen Apotheken und Krankenhäusern, bei Hausärzten und bei den Krankenkassen kostenfrei zum Mitnehmen aus. Daneben gibt es noch weitere Möglichkeiten, einen Organspendeausweis zu bestellen:

Organspendeausweis als Plastikkarte

Den Organspendeausweis als Plastikkarte zum selbst Ausfüllen erhalten Sie kostenfrei beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Bestellen Sie ihn einfach unter der Telefonnummer 0800 – 90 40 400 oder über diese Website:

https://www.organspende-info.de/organspendeausweis-download-und-bestellen/

Organspendeausweis online ausfüllen

Alternativ können Sie auf derselben Website auch Ihren Organspendeausweis online erstellen und ausdrucken.

Ab welchem Alter kann man einen Organspendeausweis bestellen?

Das Transplantationsgesetz (TPG) regelt den rechtlichen Rahmen für Organspenden in Deutschland. Gemäß § 2 Abs. 2, Satz 3 TPG können einwilligungsfähige Personen ab 16 Jahren ihr Einverständnis im Organspendeausweis bekannt geben oder diese Entscheidung auf Dritte übertragen. Wirksam einer Organspende widersprechen kann man ab dem 14. Lebensjahr.

Gibt es eine Altersgrenze für die Organspende?

Ein Höchstalter für Organspenden gibt es in Deutschland nicht. Funktionsfähige Spendeorgane und gute Gesundheit des Spenders vorausgesetzt, kann eine Transplantation auch in hohem Alter erfolgen. 2025 war der älteste Organspender in Deutschland 98 Jahre alt.

Auch im hohen Alter kann man Organspender werden

Wo trägt man den Organspendeausweis?

Um wertvolle Zeit zu sparen, sollte der Organspendeausweis im Notfall schnell zu finden sein. Es ist daher sinnvoll, ihn zum Beispiel im Portemonnaie bei den persönlichen Ausweispapieren wie Führerschein, EC-Karte und Personalausweis zu tragen.

Teilen Sie außerdem Ihren Angehörigen oder anderen Vertrauenspersonen mit, dass Sie sich für eine Organspende entscheiden haben, und wo Ihr Organspendeausweis im Notfall zu finden ist.

Alternativen zum Organspendeausweis

Um einer Organ- und Gewebespende zuzustimmen, bedarf es lediglich einer schriftlichen Willenserklärung. Diese kann, muss aber nicht per Ausweis erfolgen. Es bieten sich folgende Alternativen zum Organspendeausweis an:

Organspende-Register

Seit dem 18. März 2024 können Sie Ihre Entscheidung auch digital im bundesweiten Organspende-Register festhalten. Die Eintragung ist kostenlos und ab 16 Jahren möglich, entweder über die Online-Ausweisfunktion Ihres Personalausweises oder über die GesundheitsID in der App Ihrer Krankenkasse. Im Ernstfall können berechtigte Ärzte in Entnahmekrankenhäusern Ihre Erklärung direkt abrufen. Das Register ersetzt den Organspendeausweis nicht, sondern ergänzt ihn. Wichtig: Liegen mehrere Erklärungen vor, gilt immer die zuletzt abgegebene. Wie die Eintragung genau funktioniert, erfahren Sie hier:

Ratgeber Organspende

Formlos selbst schreiben

Ein einfacher Zettel mit Ihrer Einwilligung zur Organspende kann den Organspendeausweis ersetzen. Achten Sie darauf, vollständige persönliche Angaben zu machen (Name, Geburtsdatum, Anschrift) und Ihre Willenserklärung mit Datum und Ihrer Unterschrift zu versehen. Tragen Sie dieses Dokument am besten genau wie einen Organspendeausweis immer bei sich.

Patientenverfügung

In einer persönlichen Patientenverfügung können Sie Ihre Entscheidung zum Thema Organspende festhalten. Daneben halten Sie auch andere wichtige medizinische Behandlungswünsche fest für den Fall, dass Ihr Arzt Sie nicht mehr danach fragen kann. Aus diesem Grund ist es immer eine gute Idee, eine Patientenverfügung auszufüllen – auch zusätzlich zum Organspendeausweis.

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Entscheidung im Testament?

Ihre Bereitschaft zur Organspende sollten Sie besser nicht ins Testament schreiben. Das Testament wird nämlich in der Regel erst Wochen nach dem Tod des Verfassers eröffnet, und dann ist es für eine Organ-oder Gewebespende viel zu spät.

Dasselbe gilt übrigens auch für Ihre Bestattungswünsche. Wenn Sie selbst entscheiden wollen, wie Sie bestattet werden, setzen Sie besser eine Bestattungsverfügung auf oder treffen Sie eine Bestattungsvorsorge. Alle Informationen dazu finden Sie bei uns.

Vorsorge endet nicht beim Organspendeausweis

Mit Ihrem Organspendeausweis haben Sie eine wichtige Entscheidung getroffen. Mit einer Bestattungsvorsorge legen Sie auch fest, wie Sie beigesetzt werden möchten, und sichern die Kosten ab. So entlasten Sie Ihre Familie im Ernstfall.

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Wer bekommt meine Organe?

Die Organe werden über die Stiftung Eurotransplant an Patienten auf den Wartelisten der 43 deutschen Transplantationszentren vermittelt, nach festen Kriterien wie Dringlichkeit und Erfolgsaussicht. Die Empfänger bleiben anonym.

Wie läuft eine Organspende ab?

Von der Feststellung des Hirntods bis zur Transplantation folgt eine Organspende einem genau festgelegten Ablauf. Alle Schritte und was Angehörige zu Abschied und Bestattung wissen sollten, lesen Sie hier:

Ablauf einer Organspende

Häufige Fragen zum Organspendeausweis

Auf der Vorderseite stehen Ihr Name, Ihr Geburtsdatum und Ihre Anschrift. Auf der Rückseite halten Sie Ihre Entscheidung fest: Sie können einer Organ- und Gewebespende uneingeschränkt zustimmen, einzelne Organe oder Gewebe ausschließen, nur bestimmte Organe freigeben, widersprechen oder die Entscheidung einer Person Ihres Vertrauens übertragen. Mit Datum und Unterschrift machen Sie Ihre Erklärung verbindlich.

Den Organspendeausweis erhalten Sie kostenlos in vielen Apotheken und Arztpraxen sowie bei Krankenkassen. Auf organspende-info.de, dem Informationsportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), können Sie ihn außerdem online ausfüllen und ausdrucken oder als Plastikkarte bestellen. Bestellungen und Fragen nimmt auch das Infotelefon Organspende unter 0800 90 40 400 entgegen, montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und kostenfrei.

Am besten tragen Sie den Organspendeausweis immer bei sich, zum Beispiel im Portemonnaie neben Personalausweis, Führerschein oder Bankkarte. Dort wird er im Ernstfall schnell gefunden. Informieren Sie zusätzlich Ihre Angehörigen, dass Sie einen Ausweis haben und wie Sie sich entschieden haben.

Nein, eine Pflicht besteht nicht. Ein Eintrag im Organspende-Register reicht aus, um Ihre Entscheidung verbindlich festzuhalten. Viele Menschen tragen trotzdem zusätzlich einen Ausweis bei sich, damit Angehörige und Ärzte die Entscheidung sofort sehen. Achten Sie dann darauf, dass Ausweis und Registereintrag dasselbe aussagen.

Liegen mehrere Erklärungen vor, gilt immer die zuletzt abgegebene. Deshalb ist das Datum auf dem Organspendeausweis wichtig. Um Unklarheiten zu vermeiden, sollten Sie bei jeder Änderung alle Dokumente anpassen, also Ausweis, Registereintrag und gegebenenfalls Ihre Patientenverfügung.

Sie können Ihre Entscheidung jederzeit und ohne Formalitäten ändern. Füllen Sie einfach einen neuen Organspendeausweis aus und vernichten Sie den alten. Einen Eintrag im Organspende-Register können Sie online oder über die App Ihrer Krankenkasse ändern oder löschen. Informieren Sie außerdem Ihre Angehörigen über Ihre neue Entscheidung.