Sonderurlaub bei einem Todesfall

Ein Todesfall in der Familie ist eine schwere emotionale Belastung. Berufliche Anforderungen erscheinen in dieser Ausnahmesituation weit entfernt. Deshalb steht vielen Arbeitnehmern Sonderurlaub im Todesfall nach § 616 BGB zu. Wir erklären Ihnen, ob Ihnen dieser Urlaub zusteht und wie viele Tage Sie frei nehmen dürfen.

Ein Notruf wird per Tastentelefon abgesetzt

Was tun im Todesfall?

  1. Rufen Sie einen Arzt
    Jeder Todesfall muss durch einen Arzt bestätigt werden.
  2. Kontaktieren Sie uns
    Klicken Sie auf den Link oder rufen Sie uns an. Wir sind bundesweit für Sie da, können Sie kostenfrei beraten und unterstützen Sie bei der Organisation der Bestattung.

Jetzt Beratung anfordern

Wann steht Ihnen Sonderurlaub zu?

Beim Tod eines Angehörigen hat jeder Arbeitnehmer laut § 616 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) Anspruch auf gesetzlichen Sonderurlaub. Das bedeutet, dass er für eine bestimmte Zeit trotz Entgeltfortzahlung von seiner Arbeitspflicht befreit wird.

Eine Ausnahme von diesem Anspruch auf Sonderurlaub besteht nur dann, wenn dieser für das Arbeitsverhältnis ausdrücklich ausgeschlossen wurde. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn im Arbeitsvertrag geregelt ist, dass § 616 BGB keine Anwendung findet.

Warum sind freie Tage wichtig?

Der Verlust eines geliebten Menschen ist für die Angehörigen ein schwerer Schlag. Er löst tiefe Trauer aus. Die freien Tage bei einem Todesfall helfen natürlich nicht, diesen Verlust zu verarbeiten. Das Arbeitsrecht sieht jedoch Sonderurlaub vor, damit sich der Arbeitnehmer um die Organisation der Beerdigung kümmern und in Ruhe Abschied nehmen kann.

Wir organisieren die Beerdigung.

Die freien Tage sollen Ihnen Zeit zum Abschiednehmen geben, nicht für Organisationsstress. Wir übernehmen die Planung und Durchführung der Bestattung, damit Sie sich auf Ihre Familie konzentrieren können.

Bestattungsvorsorge in Ruhe planen

  • Vollständige Organisation
  • Deutschlandweit verfügbar
  • Individuell nach Ihren Wünschen
Jetzt Beratung anfordern

unverbindlich · Rückruf zum Wunschtermin

TÜV-geprüfte Kundenzufriedenheit, 96 % Weiterempfehlung

Die Auseinandersetzung mit dem Verlust und eine Abschiednahme im Kreis der Familie helfen bei der Trauerbewältigung. Dementsprechend sind freie Tage sehr wichtig und Sie sollten diese in Anspruch nehmen.

Wer hat Anspruch auf Sonderurlaub?

Gesetzlichen Anspruch auf Sonderurlaub im Todesfall haben Hinterbliebene ersten Grades. Dazu zählen:

  • Ehe-/Lebenspartner
  • Eltern
  • Kinder
  • Pflege- und Adoptivkinder
  • Geschwister

Sonderurlaub für andere Verwandte

In manchen Fällen wird auch anderen Verwandten Sonderurlaub im Todesfall gewährt. Dies hängt aber von der Kulanz Ihres Arbeitgebers ab beziehungsweise von den konkreten Regelungen in Ihrem Arbeits- oder Tarifvertrag. Gegebenenfalls gibt es auch freie Tage für:

  • Großeltern
  • Tanten und Onkel
  • Cousinen und Cousins
  • Schwiegereltern

Dauer des Sonderurlaubs

Wie viele freie Tage Ihnen im Todesfall zustehen, hängt von der Grundlage Ihres Urlaubsanspruchs ab: die gesetzlichen Regelungen, Ihr Arbeits- oder Tarifvertrag. Es ist daher schwierig, eine allgemeine Aussage zur Dauer des Sonderurlaubs anzugeben. 

Gesetzliche Regelungen

Der § 616 BGB regelt die bezahlte Freistellung des Arbeitnehmers aus Gründen, auf die er keinen Einfluss hat. Dazu zählt unter anderem ein Todesfall. Zur Dauer des Sonderurlaubs gibt es keine verbindliche Angabe, üblicherweise beläuft sie sich auf 1 bis 2 Tage: Einen für den Todestag und einen für den Tag der Beerdigung.

In Einzelfällen kann der Sonderurlaub vom Arbeitgeber bis zu zwei Wochen genehmigt werden – hier spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle wie zum Beispiel Betriebszugehörigkeit, Verwandtschaftsgrad zum Verstorbenen oder auch Kulanz Ihres Arbeitgebers.

Sonderurlaub bei einem Todesfall laut BGB

Tarifvertrag

Wenn Sie nach einem Tarifvertrag arbeiten, können möglicherweise andere Vereinbarungen greifen. Der Wortlaut des § 616 BGB wird hier detaillierter formuliert und definiert. Dadurch wird auch festgesetzt, wie viel Sonderurlaub Sie erhalten.

Arbeitsvertrag

Darüber hinaus kann auch in Ihrem Arbeitsvertrag geregelt sein, wie viele Tage Sonderurlaub Ihnen im Todesfall zustehen. Ist dies nicht der Fall, gilt das Gesetz.

Lohn- und Gehaltsfortzahlung

Da es sich beim Sonderurlaub im Todesfall um eine gesetzlich gewährte Urlaubszeit handelt und nicht um eine unbezahlte Freistellung, wird auch das Arbeitsentgelt weiter gezahlt.

Sonderurlaub im Todesfall beantragen

Auch der Sonderurlaub muss wie regulärer Urlaub schriftlich beantragt werden. Die schnellste Möglichkeit bei einem Todesfall ist in der Regel der direkte Weg zu den Vorgesetzten. Informieren Sie Ihre Vorgesetzte oder Ihren Vorgesetzten am besten persönlich.

Gibt es Alternativen zum Sonderurlaub?

Wenn Ihnen der Sonderurlaub zu kurz ist, um die Beisetzung zu planen oder um die erste Phase der Trauer zu bewältigen, können Sie weitere Möglichkeiten nutzen, um freie Tage zu bekommen.

Reicht Ihnen der Sonderurlaub nicht aus, um alles in Ruhe zu regeln? Wir übernehmen die Organisation der Bestattung für Sie – damit Ihnen mehr Zeit für das Wesentliche bleibt.

Jetzt Beratung anfordern

unverbindlich · Rückruf zum Wunschtermin

Regulärer Urlaub

Melden Sie bei Ihrem Arbeitgeber regulären Urlaub an. Meist ist auch eine unbezahlte Freistellung möglich. Beide Möglichkeiten setzen jedoch das Einverständnis des Arbeitgebers voraus.

Krankschreibung durch den Hausarzt

Unter besonderen Umständen können Sie sich auch von Ihrem Hausarzt krankschreiben lassen. Voraussetzung hierfür ist, dass Ihr Handeln und Denken durch den Verlust eingeschränkt sind und die emotionale Belastung so hoch ist, dass Sie arbeitsunfähig sind.

Sonderurlaub bei einem Todesfall: Ärztliches Attest

Bitte beachten Sie, dass die Hinweise auf dieser Seite lediglich dem unverbindlichen Informationszweck dienen und keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne darstellen. Als Bestattungsunternehmen sind wir Ihre kompetente Hilfe zu allen Fragen der Bestattung. Wenn Sie eine verbindliche Rechtsberatung zum Thema Sonderurlaub benötigen, kontaktieren Sie bitte einen Anwalt.

Häufige Fragen: Sonderurlaub im Todesfall

Gesetzlichen Anspruch auf Sonderurlaub im Todesfall haben Hinterbliebene ersten Grades: Ehe- oder Lebenspartner, Eltern, Kinder, Pflege- und Adoptivkinder sowie Geschwister.

Dieser Anspruch kann allerdings vom Arbeitgeber durch eine entsprechende Regelung im Arbeitsvertrag ausgeschlossen werden.

Die Dauer des Sonderurlaubs im Todesfall ist nicht gesetzlich festgelegt. Üblich sind bei Hinterbliebenen ersten Grades zwei Tage Sonderurlaub. Dies kann im Arbeits- oder Tarifvertrag jedoch abweichend geregelt sein.

Sonderurlaub im Todesfall müssen Sie, genau wie regulären Urlaub, schriftlich beantragen. Da bei einem Todesfall die Zeit drängt, informieren Sie Ihre Vorgesetzte oder Ihren Vorgesetzten jedoch am besten direkt.

Ja. Der Sonderurlaub nach § 616 BGB ist eine bezahlte Freistellung – anders als bei unbezahltem Urlaub wird Ihr Gehalt während dieser Zeit regulär weitergezahlt.

Einen gesetzlichen Anspruch gibt es hier nicht. Ob Sie in diesem Fall freie Tage erhalten, hängt von der Kulanz Ihres Arbeitgebers sowie den Regelungen in Ihrem Arbeits- oder Tarifvertrag ab.