Vorsorgevollmacht

Die Qualität, nicht die Dauer des eigenen Lebens, ist das worauf es ankommt.

Martin Luther King

Die Vorsorgevollmacht berechtigt eine oder mehrere Personen Ihres Vertrauens, alle wichtigen Entscheidungen für Sie zu treffen, wenn Sie selbst nicht mehr dazu fähig sind.

Was passiert mit Ihnen, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, bisher selbstverständliche Dinge zu regeln? Ehepartner und Kinder sind nicht automatisch vertretungsberechtigt. Das ist ein häufiger Irrtum. Im Zweifel bestimmt das Gericht eine Person, die Sie nicht kennen.

Was bringt eine Vorsorgevollmacht?

Eine Vorsorgevollmacht gibt Ihnen Sicherheit. Wenn Sie jemandem eine solche Vollmacht erteilt haben, kann kein Gericht jemand anderen als Vertretungsberechtigten bestimmen. Sie bestimmen eine Person, der Sie vertrauen. Damit niemand etwas über Ihren Kopf hinweg entscheidet, was Sie nicht möchten. Das schützt auch Ihre Familie vor emotionaler Belastung.

  • Ihre Vertrauensperson entscheidet nach Ihren Wünschen
  • Weniger Stress für Ihre Familie und Freunde

Wann sollte ich eine Vorsorgevollmacht aufsetzen?

Haben Sie einen gesunden Optimismus, dass Sie nie in die Lage kommen. Doch es kann jeden treffen. Und im Ernstfall hilft die Vorsorgevollmacht enorm. Daher ist es vernünftig.

Tun Sie es, solange Sie gesundheitlich und geistig in der Lage sind. Sie müssen geschäfts- und einwilligungsfähig sein. Je früher Sie vorsorgen, desto besser. Unfälle können immer passieren. Im Nachhinein wäre es ärgerlich, wenn Sie es aufgeschoben hätten.

Für welche Bereiche erteile ich eine Vollmacht?

Für welche Bereiche Sie eine Vorsorgevollmacht erteilen möchten, liegt in Ihrem Ermessen. Je mehr Vertretungsmacht Sie erteilen, desto besser können Sie repräsentiert werden. Die folgenden Bereiche kann die Vorsorgevollmacht abdecken.

  • Vermögensrechtliche Angelegenheiten wie z.B. Banken und Behörden
  • Verwaltung von Grundbesitz
  • In Ihren persönlichen Angelegenheiten
  • Medizinische Behandlung
  • Pflegebedürftigkeit
  • Behandlungs- und Ernährungsabbruch
  • Aufenthaltsbestimmungsrecht
  • Wohnungsangelegenheiten
  • Bestattung
  • Post- und Fernmeldeverkehr

Für Grundstücks- und Unternehmensgeschäfte, Immobiliengeschäfte und Darlehensaufnahmen ist die Beurkundung der Vorsorgevollmacht durch einen Notar notwendig.

Wem erteile ich eine Vollmacht?

Erteilen Sie die Vollmacht einer Person, der Sie uneingeschränkt vertrauen. Das können zum Beispiel Ihr Partner, Ihre Kinder oder Ihre Eltern sein. Sprechen Sie vorher mit ihnen.

Sie bestimmen eine oder mehrere Personen. Verschiedene Personen können jeweils verschiedene Bereiche abdecken.

Die Vertretung muss bereit sein, die Verantwortung in Ihrem Sinne zu übernehmen. Das erfordert ein hohes Maß an Pflichtgefühl und Verantwortungsbewusstsein.

Sie können dem Bevollmächtigten die Möglichkeit einräumen, Untervollmachten zu erteilen, um Ihre Vertretung im Bedarfsfall sicherzustellen.

Gültigkeit einer Vorsorgevollmacht

Den Beginn der Gültigkeit der Vollmacht bestimmen Sie. Sie kann aber auch an eine ärztlich dokumentierte Geschäftsunfähigkeit geknüpft sein.

Jede Vollmacht oder Betreuung endet generell mit dem Tod. Abweichungen müssen explizit definiert werden.

Für viele notwendige Tätigkeiten lohnt sich eine Vorsorgevollmacht über den Tod hinaus. Sonst hat der von Ihnen Bevollmächtigte keine Möglichkeit, sich vollumfänglich zu kümmern. So kann der Vertreter auch die Bestattung organisieren, die Wohnung auflösen und weitere Angelegenheiten erledigen.

Eine zusätzliche Bankvollmacht bei der Bank oder Sparkasse ist wichtig für Bankangelegenheiten. Diese muss von Ihnen und dem Vollmachtnehmer persönlich und vor Ort unterschrieben werden. Nur so stellen Sie sicher, dass er auch die Bankangelegenheiten regeln kann. Praktisch stellen sich Banken sonst häufig quer. Auch die Bankvollmacht muss explizit über den Tod hinaus definiert werden.

Wo hinterlege ich die Vollmacht?

Hinterlegen Sie die Vorsorgevollmacht beim zuständigen Betreuungsgericht. Das ist die sicherste Variante. So kann innerhalb kürzester Zeit entschieden werden, ob eine Vollmacht erteilt wurde oder ob eine Betreuung durch das Gericht erforderlich ist. Durch die Registrierung ist die Umsetzung Ihres eigenen Willens garantiert.

Vorsorgevollmacht widerrufen

Sie können die Vorsorgevollmacht jederzeit widerrufen, sollte nicht in Ihrem Sinne gehandelt werden. Der Widerruf kann sowohl mündlich als auch schriftlich dem Bevollmächtigten gegenüber erklärt werden. Originale müssen dann zurückgegeben und vernichtet werden, damit kein Missbrauch erfolgen kann.

Um sich generell vor Missbrauch zu schützen, können Sie einen Kontrollbevollmächtigten einsetzen. Sie können vorher definieren, inwieweit der Vorsorgebevollmächtigte dem Kontrollbevollmächtigten gegenüber Rechenschaft ablegen muss.

Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung?

Bei der Vorsorgevollmacht bestimmen Sie Ihren Betreuer selbst. Dieser unterliegt keiner gerichtlichen Einschränkung. Er darf alles, wozu Sie ihn ermächtigt haben.

Bei der Betreuungsverfügung schlagen Sie einen Betreuer Ihres Vertrauens vor. Dieser wird letztendlich aber vom Betreuungsgericht bestimmt. Der Betreuer wird durch das Betreuungsgericht überwacht und benötigt für bestimmte Rechtsgeschäfte immer eine Genehmigung. Das gilt auch für Angehörige, wenn diese durch das Gericht als bestellte Betreuer eingesetzt werden. Sie haben auch die Möglichkeit, Personen als Betreuer auszuschließen.

Wenn Sie eine Vorsorgevollmacht erteilen, ist eine Betreuungsverfügung nicht zwingend notwendig. Sie dient zur zusätzlichen Sicherheit, sollte der von Ihnen in der Vorsorgevollmacht genannte Bevollmächtigte das Amt nicht übernehmen. Für diesen Fall können Sie aber auch weitere Personen als Alternative in der Vorsorgevollmacht nennen.

Am besten Sie kombinieren eine Vorsorgevollmacht mit einer Betreuungsverfügung, um allen Eventualitäten vorzubeugen.