Sorgerechtsverfügung

Mithilfe einer Sorgerechtsverfügung bestimmen Sie eine Person, die im Falle Ihres Todes die Vormundschaft für Ihr minderjähriges Kind übernehmen soll.

Vorteile

Sie erziehen Ihr Kind und wissen, was das Beste für es ist. Sollten Sie allerdings unvorhergesehen sterben, muss sich jemand anderes um die Erziehung kümmern. Ohne Sorgerechtsverfügung bestimmt ein Gericht einen Vormund. Dieser könnte eventuell nicht Ihren Vorstellungen entsprechen. Das bedeutet für Sie Unsicherheit und für Ihr Kind ein potentielles Risiko.

Aus diesem Grund gibt es die Sorgerechtsverfügung. In dieser benennen Sie selbst die Person, in deren Hände Sie das Kindeswohl legen würden. Somit kann das Gericht eine schnelle und fundierte Entscheidung treffen. Die Verfügung greift zudem ausschließlich im Todesfall.

  • Eindeutige Entscheidung für einen Vormund
  • Schnelle Übertragung des Sorgerechts
  • Verfügung greift ausschließlich im Todesfall

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Inhalt

Die Sorgerechtsverfügung muss einige Informationen beinhalten. Zum einen den Namen, die Geburtsdaten und die Anschrift der Eltern oder des Elternteils mit dem Sorgerecht. Zum anderen die gleichen Daten des Kindes oder der Kinder. Abschließend müssen die Personendaten des gewünschten Vormunds, der sowohl Personen- und Vermögenssorge übernehmen soll oder der zwei Personen, die sich diese Aufgaben teilen sollen, aufgeführt werden. Zusätzlich ist es möglich eine Person oder mehrere Personen von der Vormundschaft auszuschließen.

Egal wen Sie bestimmen oder ausschließen, Sie sollten Ihre Entscheidung begründen. So erzeugen Sie sowohl für das Gericht als auch Ihr Umfeld Klarheit und können Missverständnisse vermeiden. Außerdem kann ein Gericht diese Information verwenden, um eine bessere Entscheidung zu treffen, sollte Ihr gewünschter Vormund nicht eingesetzt werden können.

Die Sorgerechtsverfügung muss komplett handschriftlich von Ihnen verfasst werden und mit Ort, Datum und Ihrer Unterschrift abschließen.

Was muss ich beachten?

Alleiniges Sorgerecht

Wenn Sie alleiniges Sorgerecht besitzen, reicht eine einzelne Verfügung mit Ihrer alleinigen Unterschrift aus. Sie müssen sich nur entscheiden, ob Sie die Vormundschaft in Personen- und Vermögenssorge trennen möchten oder nicht.

Gemeinsames Sorgerecht und verheiratet

Wenn Sie sich mit Ihrem Ehepartner das Sorgerecht teilen und den gleichen Vormund benennen, reicht eine einzelne Verfügung mit Ihren beiden Unterschriften aus. Auch hier können Sie sich entscheiden, die Personen- und Vermögenssorge aufzuteilen.

Gemeinsames Sorgerecht und nicht verheiratet

Wenn Sie sich mit Ihrem Partner das Sorgerecht teilen, allerdings nicht verheiratet sind, werden zwei einzelne Sorgerechtsverfügungen benötigt. Sie müssen sich auch beim Vormund nicht unbedingt einig sein. Jede Verfügung gilt unabhängig. Sollten aber beide Elternteile sterben, tritt die Verfügung des zuletzt verstorbenen Elternteils in Kraft.

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Der Vormund

Es wird nicht automatisch der Taufpate oder ein naher Verwandter als Vormund bestellt. Daher ist die Entscheidung für einen Vormund von persönlichen sowie rechtlichen Faktoren abhängig. Einerseits muss die gewünschte Person volljährig und geschäftsfähig sein und darf nicht selbst unter Betreuung stehen. Andererseits sollten Sie der Person die Erziehung Ihres Kindes auch zutrauen. Sie können sich beispielsweise fragen, ob der Vormund im richtigen Alter ist, einen sicheren Arbeitsplatz hat und ein ausreichendes Einkommen bezieht. Religiöse und persönliche Überzeugungen sollten ebenfalls in die Entscheidung mit einbezogen werden.

Verbindlichkeit

Für den Vormund

Wird die Vormundschaft gerichtlich angeordnet, kann dies nur aus wichtigen Gründen abgelehnt werden. Dazu zählen beispielsweise die Betreuung zweier oder mehr schulpflichtiger Kinder, ein Alter des bestimmten Vormundes von über 60 Jahren oder Krankheit beziehungsweise Gebrechlichkeit, die eine Vormundschaft nicht ermöglichen.

Für das Gericht

Das Gericht wird den Inhalt der Sorgerechtsverfügung prüfen und danach entscheiden, ob die genannte Person als Vormund benannt wird. Es lehnt den Vorschlag nur in wichtigen Gründen ab. Wichtige Gründe liegen vor, wenn sich um das Wohl des Kindes nicht ausreichend gekümmert werden kann, zum Beispiel aufgrund von hohem Alter oder einer zwischenzeitlich eingetretenen Krankheit.

Kinder einbeziehen

Sobald das Kind 14 Jahre alt ist, kann es sich der Verfügung widersetzen. Beziehen Sie Ihr Kind daher bei der Entscheidung über einen möglichen Vormund mit ein. Sie selbst werden wahrscheinlich eine Vorstellung davon haben, wen Sie einsetzen würden. Die Meinung Ihres Kindes ist dabei aber nicht unerheblich. Es muss später schließlich mit der Person auskommen und sich wohlfühlen.

Aufbewahrung

Verwahren Sie eine Originalausfertigung bei sich zu Hause auf. Im besten Fall haben Sie bereits andere Vorsorgen getroffen und können die Sorgerechtsverfügung zu diesen legen. Sie können eine zweite Ausfertigung auch vom benannten Vormund verwahren lassen.

Zusätzliche Vorsorge

Die Sorgerechtsverfügung dient vorrangig Ihrem Kind, bis dieses volljährig ist.

Es ist sinnvoll für sich selbst weitere Vorsorgen zu treffen, um Ihren Angehörigen und Kindern in schwierigen Situationen Entscheidungen abzunehmen.

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